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  Der gefangene Räuber
  von Anastasius Grün (1806 - 1876) Von Sabinerbergen nieder Wallt das braune Räuberweib, Schmiegend ihres Knäbleins Glieder Sorglich fest an ihren Leib. Wie sie tritt durch Romas Pforte, Glocken, Trommeln und Gebet! Ist's ein Fest, ist Markt am Orte? Beides hier gar nahe steht! Feierkläne von Sankt Peter! Dudelsack hier schnarrend grell! Possen reißen heil'ge Väter, Salbung predigt Puleinell. Affen, Charlatane, Springer, Auf dem Seile Gauklertritt! Jetzt an fremder Bestien Zwinger Lenkt das Räuberweib den Schritt. Ab und auf in wildem Satze Tobt ein Königstiger hier; An den Käfig schlägt die Tatze, Glühend flammt das Aug' dem Tier. "Mutter, warum sperrt das gute, Schöne Tier so fest man ein?" "Kind, weil's durstig lechzt nach Blute, Weil's unbändig wild im Frei'n." Ruhig nebendran im Bauer Sitzt ein fremdes Täublein zart, Senkt das Haupt in milder Trauer Ins Gefieder weißbehaart. "Mutter, warum schließt dies gute, Fromme Vöglien auch man ein? Dieses lechzt doch nicht nach Blute?" "Kind, weil's trägt zwei Flügelein." Kapitols Steintreppen stiegen Sie empor im Menschenstrom, Wo gesehn nach Kränzen fliegen Seine alte Kraft einst Rom! Wo es jetzt auch seine echte Ungeschwächte, rauhe Kraft, Doch gefahn, in Kerkernächte, Seine Räuber hingeschafft! Seht dort der Gefangnen einen Rasch am Fenster, pfeilgeschwind! Zum ihm hebt das Weib den Kleinen! "Siehe deinen Vater, Kind!" Auf das Kind durch Eisenstangen Blickt der Mann so blaß und mild, Herzt es lachend, ob die Wangen Thränenflut auch überquillt; Überdeckt ihm ganz mit Küssen Zärtlich Wang' und Äugelein; Und das Kind hat denken müssen - Jener Taube fromm und rein. Nun sie Lebewohl ihm sagen, Sträubt sein Haar sich auf in Wut, Seine Fäust' ans Gitter schlagen, Und sein Auge rollt in Glut! Doch die Mutter fest umfangend Flieht das Kind dies grause Bild; Und gedenken muß es bangend Jenes Königstigers wild.


 
   
     
   
     
      © by Nora Runge - Alle Rechte vorbehalten