Balladen

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  Vineta
  von Wilhelm Müller (1794 - 1827) Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde Klingen Abendglocken dumpf und matt, Uns zu geben wunderbare Kunde Von der schönen alten Wunderstadt. In der Fluten Schoß hinabgesunken, Blieben unten ihre Trümmer stehn; Ihre Zinnen lassen goldne Funken Wiederscheinend auf dem Spiegel sehn. Und der Schiffer, der den Zauberschimmer Einmal sah im hellen Abendrot, Nach derselben Stelle schifft er immer, Ob auch rings umher die Klippe droht. Aus des Herzens tiefem, tiefem Grunde Klingt es mir wie Glocken dumpf und matt. Ach, sie geben wunderbare Kunde Von der Liebe, die geliebt es hat. Eine schöne Welt ist da versunken, Ihre Trümmer blieben unten stehn, Lassen sich als goldne Himmelsfunken Oft im Spiegel meiner Träume sehn. Und dann möcht' ich tauchen in die Tiefen, Mich versenken in den Wiederschein, Und mir ist, als ob mich Engel riefen In die alte Wunderstadt hinein.


 
   
     
   
     
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