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  Mariechen saß weinend im Garten
 

Text: Kammerherr Joseph Christian Freiherr von Zedwitz (1832 in Wien)

Mariechen saß weinend im Garten,
im Grase lag schlummernd ihr Kind.
In ihren blonden Locken
spielt leise der Abendwind.
Sie saß so still und träumend,
so einsam und so bleich.
Dunkle Wolken zogen vorüber
und Wellen schlug der Teich.

Der Geier steigt über die Berge,
die Möwe zieht stolz einher.
Es weht ein Wind von ferne,
schon fallen die Tropfen schwer.
Schwer von Mariechens Wangen
eine heiße Träne rinnt,
und schluchzend in den Armen,
hält sie ihr schlummernd Kind.

Hier liegst du so ruhig von Sinnen,
du armer verlassener Wurm.
Du träumst noch nicht von Sorgen,
dich schreckt noch nicht der Sturm.
Dein Vater hat uns verlassen,
Dich und die Mutter dein.
Drum sind wir armen Waisen
in dieser Welt allein.

Dein Vater lebt herrlich in Freuden.
Gott laß es ihm wohl ergehn.
Er denkt nicht an uns beide,
will mich und dich nicht sehn.
Drum wollen wir uns beide
hier stürzen in den See.
Dort sind wir dann geborgen
vor Kummer, Ach und Weh.

Da öffnet das Kindlein die Augen,
blickt freundlich sie an und lacht.
Die Mutter weint vor Freuden
und drückt's an ihr Herz mit Macht.
Nein, nein, wir wollen leben!
Wir beide, du und ich.
Dem Vater sei's vergeben,
so glücklich machst du mich.

So saß Mariechen am Strande
in manch langer, dunkler Nacht,
bis dass aus fernem Lande
ein Schiffer die Botschaft bracht:
Das Kind auf deinem Schoße
hat keinen Vater mehr.
Es ruht ein braver Matrose
im weiten tiefen Meer.




 
   
     
   
     
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