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  Herr und Knecht
 

von Friedrich Hebbel (1813 - 1863)

"Weg das Gesicht!
Ich duld' es nicht!
Wo ist der zweite Jäger?"
So ruft der Graf in zorn'gem Ton,
der Alte schleicht betrübt davon,
des Forstes bester Pfleger.

Das Hifthorn schallt,
nun in den Wald!
Es ist zum ersten Male,
dass er dies Schloss im finstren Tann
besucht, er sah's nur dann und wann
von fern im Mondenstrahle.

Sie sprengen fort;
was kauert dort
am Wege, hinterm Flieder?
Der Greis, er zeigt auf's graue Haupt,
der Jüngling aber flucht und schnaubt:
"Du kehrst mir nimmer wieder!"

Mit eins so wild
und sonst doch mild?
So fragt man in der Runde.
"Ich sah den Mann schon Böses tun,
doch ganz vergebens sinn' ich nun,
ich weiß nicht Ort noch Stunde!"

Er jagt allein
im tiefsten Hain,
den schwarzen Eber hetzend!
Die andern blieben weit zurück,
da stürzt sein Pferd, an einem Stück
Gestein den Fuß verletzend.

Der Alte tritt
mit raschem Schritt
hervor, von Gott gesendet;
er fängt das Tier im grimmgen Lauf
behend mit seinem Spieße auf,
da liegt es und verendet!

Nun kehrt er stumm
sich wieder um,
dem Herrn die Hand zu geben;
doch der springt auf: "Noch immer da?
So ist dir auch das Ende nah!"
Und will den Speer schon heben.

Da bringt die Wut
das treue Blut
des Alten auch zum Kochen:
Er zieht das Messer, eh er's denkt,
und hat, sowie er's kaum geschwenkt,
den Jüngling auch durchstochen.

Und blutbedeckt,
zum Tod erschreckt,
bleibt er gebückt nun stehen.
Der Sterbende blickt über sich
und murmelt noch: "So habe ich
ihn schon im Traum gesehen!"




 
   
     
   
     
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