Bremisches

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  Die Bremer Eiswette seit 1829


  Die Eiswette ist ein in Bremen jährlich am 6. Januar, dem Dreikönigstag, Schlag 12 Uhr am Punkendeich (Osterdeich in der Nähe vom Sielwall) stattfindender Brauch, der auf das Jahr 1829 zurückgeht. Es geht um die Wette, ob die Weser „geiht oder steiht“ (geht oder steht). Zum Kartenspiel, Kegeln und Trinken fanden sich seit 1817 ein paar Bremer Junggesellen zusammen. Dabei wurde manche lustige Wette abgeschlossen, etwa ob sich ein Junggeselle aus der Runde im nächsten Jahr verheiraten würde oder dergleichen. Am 6. November 1828 wurde gewettet, dass die Weser am 1. Januar 1829 noch offen sei. Als Wettpreis wurde „ein brauner Kohl mit Zubehör“ festgelegt. Um den Spaß noch zu erhöhen, bestimmte man ebenfalls genau, was als „offen“ oder „zu“ gelten sollte: Ein Schneider von 99 Pfund musste mitsamt seinem glühenden Bügeleisen trockenen Fußes über die Weser gehen können. Diese Wette wurde am 12. Januar 1829 zum ersten Mal ausgetragen. Sie ist die Begründung der Eiswette von 1829. Das kleine Fest fand bei den Teilnehmern solchen Anklang, dass man beschloss, die Wette jährlich zu wiederholen und ihr nachfolgende feste Form zu geben: „Die Weser oberhalb der großen Brücke bis hinauf zum Punkendeich, oder wenigstens der größte Teil dieses Flussgebietes, soll im Laufe des Winters bis spätestens zum 4. Januar morgens vor Sonnenaufgang zugefroren oder zum Stehen gekommen sein. Wettbetrag: 1 Thaler.“ Immer größer wurde der Kreis der Teilnehmer. Um die festlichen Tafeln der Eiswette versammelten sich Bürger der Stadt aus den verschiedensten Berufen und jeden Alters. Sie entwickelten ein eigenes Brauchtum, gewachsen aus der Geisteshaltung der alten Hansestadt. Das Bedürfnis des Zusammenhaltens, das Wahren alter Traditionen, das Bestreben, aus der Stunde des Frohsinns frische Kraft zu neuer Arbeit zu schöpfen, die Neigung, Ereignisse des Tages und des Berufes in fröhlicher Runde zu besprechen, führt jetzt über 600 in jedem Jahr zusammen. Zu Beginn des Gastmahls wird das Logbuch des Lebens aufgeschlagen, und die Toten des vergangenen Jahres werden geehrt. Dann wird getafelt, geredet, plattdeutsche Lieder werden gesungen und Spiele aufgeführt. Die Eiswette ist aus der Sorge um die Bremer Schifffahrt heiter entstanden. Doch aus diesem Frohsinn entwickelte sich eine Hilfe, die unzählige Seeleute vor dem Tod gerettet hat. Durch die Beiträge der Mitglieder und aus einer Sammlung, die in jedem Jahr beim Festschmaus erfolgt, hilft sie der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die ihren Sitz in Bremen hat. Ein Seenotkreuzer der DGZRS trägt daher auch den Namen Eiswette. Seit Ludwig Franzius in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Weser korrigierte und der Strom fortan fast jedes Jahr „offen“ blieb, hat die Wette ihren äußeren Sinn verloren. So wurde die symbolische Bedeutung zum wesentlichen Anlass von Wette und Festessen: Der Wunsch aller Bremer, dass die Weser und die „salzen See“ allzeit dem hanseatischen Handel offenstehen möge. Präsidenten der Bremer Eiswette 1829–1837 kein gewählter Präsident, 1838–1858 Hermann Runge, 1859–1871 Dr. Christian Eduard Krummacher, 1872 Fest ohne Präsidenten, 1873–1882 Friedrich Reck, 1883–1892 Daniel Georg Volkmann, 1893–1897 Wilhelm Frahm, 1898–1913 Konsul Gerhard Friedrich Vietsch, 1914–1923 keine Eiswette, 1924–1927 Franz Funck, 1928–1932 Hans Wagenführ, 1933–1939 Dr. Hugo Gebert, 1940–1948 keine Eiswette, 1949–1950 Dr. Richard Ahlers, 1951–1967 Dr. Georg Borttscheller, 1968–1970 Dr. Karl Löbe, 1971–1975 Dr. Klaus Gätjen, 1976–1978 Dr. Helmut Schläfereit, 1979–1983 Dr. Klaus Gätjen, 1984 Hans Budde (Vizepräsident), 1985–1987 Dr. Hans-Joachim Enge, 1988–1992 Peter Kloess, 1993–1996 Günther Eisenführ, 1997–2000 Dr. Hanns-Jörg Scupin, 2001–2003 Uwe Hollweg, seit 2004 Peter Braun Quelle: Wikipedia


 
   
     
   
     
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