Bremisches

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  St. Anschar's Traum


  Anschar, der in spätern Jahren (848-65) Erzbischof von Bremen war, hatte in seiner Jugend einen sonderbaren Traum. Seine Mutter war eine gottesfürchtige Frau, die aber schon starb, als er erst 5 Jahr alt war. Sein Vater schickte ihn nun zur Schule. Aber er ging noch zu sehr mit kindischen Gedanken um und spielte lieber, als daß er hätte lernen sollen. Da däuchte ihm in einer Nacht, daß er sich an einem Ort befände, von wo er keinen Ausweg sah. Aber nahe dabei lief ein lustiger Weg vorüber, auf welchem schöne Frauen in weißen Gewändern lustwandelten, worunter auch seine Mutter war. So wie er sie erblickte, wollte er zu ihr hin, sah aber gar keinen Pfad, der ihn hätte hinüberführen können. Da rief die Schönste unter den Frauen: »Sohn, willst Du zu Deiner Mutter kommen?« - und als er dies bejahte, fuhr sie fort: »Willst Du unserer Gesellschaft theilhaftig sein, so mußt du alle Bosheit meiden und die Kinderschuhe ausziehen. Denn wir hassen und verfluchen alle bösen und eitlen Dinge und kommt auch Niemand in unsern Orden, der zur Eitelkeit Lust hat.« Nach diesem Gesichte hat Anschar angefangen, sich fromm und gottesfürchtig zu halten, daß sich seine Mitschüler darüber verwunderten, wie er in der kurzen Zeit sich so gar verändert habe. Quelle: Friedrich Wagenfeld, Bremen's Volkssagen, Bremen 1845, Erster Band, Nr. 14


 
   
     
   
     
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