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  James Last (geb. 1929)


  James Last (* 17. April 1929 in Bremen; mit bürgerlichem Namen Hans Last) ist ein deutscher Bandleader, Komponist, Arrangeur und Musikproduzent. Er prägte mit seinem vierzigköpfigen Orchester den Happy Sound, mit dem er ab 1965 für rund zwei Jahrzehnte einen so großen Erfolg hatte, dass er zeitweise für über 30% der Schallplattenverkäufe von Polydor Deutschland sorgte. Aufgrund der teuren Produktionen ist es danach für ihn zunehmend schwieriger geworden, ein neues Album herauszubringen. Last geht mit seiner Band aber immer noch regelmäßig auf Tournee. Als Hans Last (bis 1965) Kindheit Hans Last wurde in der Helmholtzstraße 33 in Bremen Sebaldsbrück geboren, wo die Familie gerade ihr eigenes Haus fertigstellte. Sein Vater Louis hatte mit Bernhard, Fred und Minna drei Kinder von seiner in jungen Jahren verstorbenen ersten Frau mit in die zweite Ehe gebracht. Mit Robert, Werner und dem jüngsten Kind Hans kamen drei weitere hinzu. Louis Last (*1889, †1972) war in jungen Jahren zur See gefahren und arbeitete anschließend als Beamter bei den Bremer Stadtwerken. Seine größte Leidenschaft war die Musik. So fuhr er mit einem Fahrradanhänger, in dem er Bandoneon und Schlagzeug transportierte, zu Veranstaltungen, um für 4 RM einen ganzen Abend zu spielen. Im Gegensatz zu seinen Halbgeschwistern waren Hans' Brüder Robert und Werner ebenfalls sehr musikalisch, Robert spielte Posaune und Werner Saxophon. Im Hause Last gab es außerdem ein altes elektrisches Piano mit herausgenommener Walze, auf dem Hans seine ersten musikalischen Versuche unternahm. Heeresmusikschule Bückeburg Nach Beginn des Krieges 1939 wurde es ruhig im Haus, Hans' Brüder wurden alle eingezogen, und Hans selber dachte daran, Musiker zu werden, um nicht am Krieg teilnehmen zu müssen. Da 1943 bereits alle zivilen Ausbildungsstätten geschlossen waren, bestand die Möglichkeit dazu nur beim Militär. So bewarb sich Hans Last bei der Heeresmusikschule in Frankfurt am Main und wurde auch aufgenommen. Als Instrument wollte er am liebsten Klarinette erlernen, aber man hatte das Fagott für ihn ausgesucht. Die Gebäude der Schule fielen jedoch schon vor Unterrichtsbeginn einem Luftangriff zum Opfer, so dass er zur Heeresmusikschule Bückeburg versetzt wurde. Nun sollte er den Kontrabass erlernen, zu dem dort die Kombination mit der Tuba als Blasinstrument gehörte. Hans nahm dies mit dem Gedanken hin, wenigstens kein Fagott spielen zu müssen, und sah den Vorteil des Basses darin, dass er sich in einem Tanzorchester prima mit Schlagzeug und Akkordeon zusammen spielen ließ, den Instrumenten seiner Brüder. Zum Unterricht gehörte das scheinbar endlose Einüben von vorgelegten Noten. Das freie Spiel hatte ebenso keine Bedeutung wie Unterhaltungsmusik, neben Klassik gab es nur Marschmusik. Die Ausbildung hätte zu einem Opernkapellmeister oder ähnlichem geführt, ein Gedanke, der Hans sehr gefiel, sie musste aber mit dem Schließen der Schule im April 1945 vorzeitig enden. Alle vor dem 1. April 1929 geborenen Schüler wurden dann für die letzten Wochen des Krieges noch eingezogen, Hans konnte sich, da einige Tage später geboren, nach Hause begeben. Mit einem der letzten Züge fuhr er von Minden, dem nächstgelegenen Bahnhof, nach Bremen und ging durch eine völlig zerstörte Stadt zum Geburtshaus, das er intakt vorfand. Lediglich im Garten hatte eine Bombe eingeschlagen. Vom Balkon seines Elternhauses hatte Last 1943 den Feuerschein des Luftangriffs auf Hamburg gesehen. Als Musiker in Bremen Anfänge Wieder zuhause erlebte Hans zunächst die britische, dann die amerikanische Besatzung. Sehr bald hielt ein Jeep mit einem schwarzen GI vor dem Haus, der mit Do you play music? wohl nach seinen größeren Brüdern frage, die aber noch nicht wieder zurückgekehrt waren. Es hatte sich nämlich herumgesprochen, dass im Hause Last Musiker wohnten. So fuhr Hans mit zu einem improvisierten Tanzclub, um mittelmäßig Klavier zu spielen. Er bekam Schokolade und Zigaretten, die sich gegen Lebensmittel eintauschen ließen, und war damit Berufsmusiker geworden, woran sich fortan nichts mehr ändern sollte. Die Amerikaner konfiszierten einen Bass für ihn, den er herausragend spielen konnte. Zu dieser Zeit entstand mit der Begleitmusik für den Film The Hunters (Die Jagdflieger) auch Lasts erstes Arrangement. Radio Bremen Am Bremer Hauptbahnhof hing ein Zettel, mit dem Hans Günther Oesterreich Musiker suchte. Last hatte Glück, ein Bassist hatte sich noch nicht gemeldet, woraufhin er im Tanzorchester vom neu gegründeten Radio Bremen spielen konnte, die Station startete am 23. Dezember 1945 ihren Sendebetrieb. Bei Livekonzerten merkte er schnell, dass es nicht einfach genügt, das Instrument zu spielen, sondern auch schauspielerische Aktivitäten zum Erfolg beitrugen - ein Aspekt, der später noch eine große Bedeutung bekommen sollte. Im Mai 1947 fand der Name Hans Last dann erstmals in der Presse Erwähnung, in einer Kritik des Weser Kuriers über das Orchester. Neben dem großen Tanzorchester existierte auch noch eine kleine Besetzung, das Last-Becker Ensemble, das bis auf 13 Mann anwuchs und auf zahlreichen Bunten Abenden spielte. Jazz Neben Tanzmusik spielte Hans Last auch Jazz, sein großes Vorbild war dabei der Bassist Cubby Jackson vom Woody Herman Orchestra. Später kam noch der junge Däne Niels-Henning Ørsted Pedersen hinzu, der gemeinsam mit Oscar Peterson musizierte. Um 1950 spielen Hans und Robert Last auch für einige Zeit im Andras Hartmann Trio, dessen Aufnahmen auch der Rundfunk ausstrahlte. So gewann Hans Last 1950 und in den beiden folgenden Jahren die Wahl zum besten Jazzbassisten des seinerzeit populären Herrenmagazins Die Gondel. Auf den ersten deutschen Jazzfestival 1953 in Frankfurt am Main bildete man aus den besten Spielern dann die German All Stars mit Paul Kuhn am Piano, Max Greger am Tenorsaxophon, Günther Fulisch an der Posaune, Fred Bunge an der Trompete, Franz von Klenk am Altsaxophon, Gerhard Hühns an der Gitarre, Teddy Paris am Schlagzeug und eben Hans Last am Bass. Das Konzert erschien bei Telefunken als Langspielplatte und wurde von den Kritikern speziell wegen der exzellenten Rhythmusgruppe gelobt. Erstes eigenes Orchester Auch die Tanzmusik entwickelte sich erfolgreich. Last schrieb Arrangements sowohl für das Last Becker Ensemble wie auch für das große Tanzorchester und wurde gebeten, ein Streichorchester für Radio Bremen zu gründen. So kam es zum Hans Last Orchester, das zweimal die Woche gegen Honorar live oder für Aufnahmen im Rundfunk spielte. Es handelte sich um eine sehr interessante, aber schlecht bezahlte Aufgabe, da Radio Bremen als kleiner Sender nur wenig Geld zur Verfügung hatte. Das Orchester arbeitete bereits mit einem Tonbandgerät, mit dem jede Stimme einzeln mit allen Violinen viermal aufgenommen wurde. Dann spielte das Orchester zu den Aufnahmen, so dass seine Streicher ungeachtet nur acht Violinen, zwei Bratschen und zwei Celli so imposant wie bei Mantovani klang. 1955 heiratete Hans Last die Zahnarzthelferin Waltraud, die Tochter eines Musikerkollegen seines Vaters. In Hamburg NWDR-Tanzorchester Gleich nach der Heirat zog das Ehepaar Last nach Hamburg um. Anlass war eine Stelle im NWDR-Tanzorchester. Der Kontakt ergab sich durch Musiker, welche sich Last für sein Orchester nach Bremen ausgeliehen hatte: Das NWDR-Orchester sollte Konzert für Jazzband und Sinfonieorchester des Schweizer Komponisten Rolf Liebermann spielen, was den Bassisten aber überforderte. So rieten die anderen Musiker, es einmal mit Last zu versuchen. Die neue Arbeit war allerdings nicht mehr mit Dirigieren verbunden und damit auch ein kleiner Rückschritt. Das Tanzorchester leitete – noch bis 1980 – der Saxophonist und Klarinettist Franz Thon äußerst engagiert. Es begleitete häufig die Gesangsstars jener Zeit, etwa Vico Torriani, Bibi Johns oder Peter Alexander. Die Erfahrungen mit den Sängern konnte Last später als Produzent gut nutzen. Beim NWDR, kurz darauf in NDR umbenannt, arrangierte Last auch für Franz Thon und Alfred Hause. Es begann mit 80 DM für In the still of the night und steigerte sich dann auf um die 400 DM. Eigene Kompositionen gehörten allerdings nicht dazu, da dies nicht gern gesehen war, weil der Arrangeur sonst zu viel hätte verdienen können. E-Bass In dieser Zeit spielte Last zwar noch hauptsächlich einen akustischen Bass, aber er hatte als erster Musiker bereits einen E-Bass. Es handelte sich um ein Modell der Gibson Guitar Corporation, den er später an Ladi Geisler verkaufte, so dass es sich schließlich um den berühmten „Knackbass“ im Orchester von Bert Kaempfert handelte. Helmut Zacharias, Harry Hermann und Michael Jary Für Helmut Zacharias, der vom Jazz zur populären Unterhaltungsmusik gewechselt hatte, arrangierte Last ebenfalls. Er war auch eine Zeit mit ihm lang in Europa unterwegs. Zacharias tourte zwar mit einem großen Orchester, verstärkte aber den Bass dennoch: Last nahm sämtliche Titel vorab nachts in der Hamburger Musikhalle auf. Im Konzert hatte er einen Kopfhörer auf und doppelte seine eigene Aufnahme, wobei das Tonbandgerät deutlich sichtbar auf der Bühne stand. Das größte Hamburger Orchester leitete Harry Hermann, es bestand aus dem Tanz- und dem Rundfunkorchester des NDR. Hermann war früher Bratschist bei den Wiener Philharmoniker, entsprechend üppig sahen seine Klangvorstellungen aus. So begeisterten ihn die Tonbandaufnahmen, die ihm Last aus seiner Bremer Zeit vorstellte, sehr, er konnte kaum glauben, dass sie mit so wenigen Instrumenten erzeugt wurden. Daraufhin durfte Last für ihn arbeiten und einiges arrangieren. Für Michael Jary arbeitete Last ebenfalls. Mit ihm fuhr er auch zu den Premieren für den Film Wie werde ich Filmstar mit Nadja Tiller und Theo Lingen. Jary hatte die Musik für den Film geschrieben und so fuhr Last mit zu den großen Lichtspielhäuser des Landes. Filmpremieren fanden damals nämlich noch an unterschiedlichen Tagen in den großen Städten statt, dabei bestand das Vorprogramm aus dem Darbieten einiger Musikstücke aus dem Film. Private Veränderungen Eine Festanstellung als Bassist beim NDR erlaubte es, in eine größere Wohnung in den Stadtteil Uhlenhorst umzuziehen und eine Familie zu gründen, mit Caterina (*1957) und Ron (*1959). 1960 folgte der Kauf eines eigenen Reihenhauses in Hamburg-Langenhorn, in dessen Arbeitsraum im Keller der Grundstein zum Welterfolg des James-Last-Orchesters gelegt wurde. In der Wohnsiedlung am Holitzberg gab es ein ausgedehntes Partyleben, jeder lud jeden ein, was Last dann zu Non Stop Dancing inspirierte. Weitere Auftragsarbeiten Harry Hermans bat Last um ein Arrangement zum Thema Alaska anlässlich dessen Beitritt zu den USA im Jahr 1959. Ausgang waren 16 Takte von Lotar Olias, dem Komponisten Freddy Quinns. Das Werk wurde unter dem Namen Olias veröffentlicht, aber Last bekam auf Nachfrage Lasts nachträglich noch 1000 DM und die Zusage für weitere Arbeiten. Last arrangierte zahlreiche Titel, darunter Die Gitarre und das Meer, Heimweh nach St. Pauli und vor allem der große Erfolg Junge, komm bald wieder. Der Erfolg sprach sich schnell herum, so fragten unter anderem auch Lale Andersen, Fred Bertelmann, Margot Eskens, Brenda Lee, Wencke Myhre, Lolita, Catarina Valente und Hanne Wieder nach Arrangements. Erste Schallplatten Aus den vielen Arrangements ergaben sich auch Kontakte zu der Schallplattenfirma Polydor, die ohnehin unweit des NDR-Funkhauses residierte. Dadurch ergaben sich auch die ersten Schallplattenaufnahmen unter eigenen Namen. Zwei Langspielplatten hießen Die gab's nur einmal (1963), bzw. Die gab's nur einmal Folge 2 (1964), sie enthielten als Potpourri Schlager der 1940er und 1950er Jahre und nannten als Interpreten Hans Last und die Rosenkavaliere. Eine weitere LP, 1963 unter dem Namen Orlando veröffentlicht, hieß Musikalische Liebesträume. Diesmal handelte es sich um mitunter auch klassische Kompositionen mit bereits abgelaufenen Rechten, was Last höhere Tantiemen ermöglichte. Songs für Mündige war eine von zwei Kabarettplatten mit frivolen Liedern und Moritaten, die Stars wie Ernst Stankovski, Inge Meysel, Gustav Knuth oder Hanne Wieder vortrugen. Alle Platten verkauften sich zwar durchaus, gerieten aber andererseits nicht zu wirklich großen Erfolgen. Als James Last (seit 1965) Auf dem Weg zum Weltruhm Als der NDR eine Anstellung auf Lebenszeit anbot, fürchtete Last bei einem derart geplanten Leben um seine Kreativität und ließ sich beurlauben. Dann setzte er bei Polydor die Pläne zu einem seiner Einschätzung nach wirklich aussichtsreichen Album durch, das schließlich alle Erwartungen übertraf. Noch in den 1960er Jahren geriet sein Happy Sound zu einem gigantischen Erfolg, Seitens Polydor sorgten vor allem zwei Personen für die exzellenten Verkaufszahlen, Ossi Drechsler von der Abteilung Artist & Repertoire sowie Werner Klose vom Marketing. Last erhielt als einziger Künstler ein eigenes Büro mit Sekretärin bei der Firma und konnte bereits am 2. Dezember 1973 seine 100. Goldene Langspielplatte in Empfang nehmen – zu diesem Zeitpunkt hatten die Beatles gerade einmal 58 und Elvis Presley 76 bekommen. In der von RTL ermittelten Chart-Hitparade Die erfolgreichsten Stars der Geschichte erreichte James Last Platz 1. Dabei wurden die seit 1970 bestehenden offiziellen Album-Charts herangezogen. Für eine Woche auf der 1 gab es 10 Punkte, für den 2. Platz 9 und so weiter; James Last war mit 36 Alben vertreten. Inzwischen sind über 80 Mio. Tonträger verkauft worden. Happy Sound Arrangement James Last konzentrierte sich bei seinen Arrangements immer auf das Wesentliche, seine Kunst lag vor allem im Weglassen. Niemals spielte der Gedanke eine Rolle, alle Instrumente im Orchester müssen gleichmäßig beschäftigt sein. Außerdem berücksichtigte er die Fähigkeiten der einzelnen Musiker in seinem Orchester. Schon beim Komponieren hatte er auch das Klangbild vor Augen und machte Notizen in den Partituren, durch welche Effekte es zu erzielen ist. Aufgrund der Nähe der Streicherinstrumente zur menschlichen Stimme behandelte James Last sie entsprechend. Er gab ihnen die gleichen Phrasierungen und Atembögen, wie den Sängern: Wir müssen alle atmen, und wenn man dies bei den Streichern übersieht, leiert die Musik dahin, dann fehlt der Nerv, die Intensität. Ich lasse die Unterstimmen über den eigentlichen Notenwert hinwegklingen, überhängend sozusagen, so dass über der Melodie noch eine Harmonie liegt, die sich dann etwa in den Bässen fortsetzt. Daraus ergibt sich ein Nachhallklang, der nicht aus der Raumakustik entsteht, sondern schon in der Partitur notiert ist: Eben das ist charakteristisch für den Last-Sound und macht unsere Streicher unverwechselbar. [1] Für die Stimmungsplatten hatte James Last den Grundsatz, eine LP müsse so kompakt wie eine Single wirken und deswegen ein Titel in den nächsten übergehen – die Hörer sollten gar nicht erst auf den Gedanken kommen, die Nadel anzuheben. Sitzordnung Die ersten Schallplattenaufnahmen fanden noch mit einem einzigen Stereomikrophon statt. Dabei waren die Musiker nach einem von Last präzise durchdachtem Konzept angeordnet, das fortan auch für alle Konzertauftritte galt: Mitten unter dem Mikrophon befanden sich Basslautsprecher, Gitarre und Schlagzeug; daneben links die Oboe und rechts die Flöte. Wiederum daneben saßen für den Stereoeffekt auf beiden Seiten ein oder zwei Trompeten, wobei die linken mit einer Phrase begannen und die rechten diese etwas modifiziert wiederholten. Dahinter befanden sich in einem Halbkreis zunächst die Streicher und dann der Chor. Peter Klemt Einen bedeutenden Anteil am Klangbild hatte auch der langjährige Toningenieur Peter Klemt, der auf jede Nuance achtete. Er garantierte bei Konzerten auch dafür, dass das Orchester genauso wie von der Schallplatte klang. Klemt wurde in München geboren, hatte beim Bayrischen Rundfunk begonnen und wollte eigentlich nur einmal für eine kurze Zeit zur Deutschen Grammophon gehen, blieb von da an aber in Hamburg wohnen. An der Elbe begann er gleich mit der Produktion eines Welterfolgs, nämlich Wonderland By Night für Bert Kaempfert, kurze Zeit später gefolgt von Strangers in the Night. Anschließend rüstete er das Polydor Studio in Paris von Mono auf Stereo um. Wieder zurückgekehrt musste er für sämtliche Bandleader bei Polydor tätig sein. Klemt hatte ausnahmslos alle Aufnahmen von Bert Kaempfert betreut und wurde mit der ersten Produktion der ständige Toningenieur von James Last. In den 1990er Jahren übernahm dann Lasts Sohn Ron die Aufgabe des Toningenieurs. Studio Hamburg In Hamburg-Rahlstedt hatte die Muttergesellschaft von Polydor Deutsche Grammophon in einer Halle ein Studio für E- und U-Musik eingerichtet. Die E-Musiker vermissten dort aber den Hall, während die U-Musiker zu viel davon vorfanden. So passte man die Räumlichkeit ganz an die Bedürfnisse der U-Musik an, mit großen verstellbaren Resonanzkästen und flexiblen Trennwänden, um Instrumentengruppen akustisch isolieren zu können. Außerdem gab es einen gekachelten Raum mit Lautsprecher und Mikrophon, mit dem man von einzelnen Instrumenten Hall erzeugen konnte. Diese Möglichkeiten kamen James Last sehr entgegen, zumal der Aufnahmeraum mit 50 m x 25 m Grundfläche und 15 m Höhe ausgesprochen geräumig ausfiel, so dass man mit unterschiedlichen Abständen zum Mikrophon experimentieren konnte. Das Studio stand Last praktisch rund um die Uhr zur Verfügung, so konnte man immer unverzüglich etwas Neues ausprobieren. Arbeitsweise Bis zu zwölf Alben pro Jahr erforderten von James Last viel Einsatz, gewöhnlich dirigierte er tagsüber im Studio Rahlstedt und arbeitete abends zuhause in seinem Arbeitsraum die Partituren aus, im Schnitt ein Titel pro Tag. Die Partitur ließ er anfänglich von seiner Frau, dann per Taxi zum Posaunisten Detlef Surmann bringen. Surmann arbeitete nämlich noch während der gesamten 1980er Jahre auch als Notenkopist für die Band. Er verfasste bei dieser Tätigkeit die Notenblätter für jeden einzelnen Musiker. Mitunter mussten mehrere Alben parallel produziert werden, dann kam es vor, dass das Einspielen schon begann, obwohl noch gar nicht alle Instrumente arrangiert waren oder das der Chor für die eine LP sang und zur gleichen Zeit die Streicher für die nächste spielten. Zum Erfolg gehörten auch die Gestaltung der Cover. Auf den ersten Alben erschien James Last noch nicht mit einem Foto, beginnend mit Rock Around With Me hielt man dies aber für notwendig. Der Grundsatz lautete „Hansi plus Verkleidung“. Die Aufnahmen dafür bereiteten Last zusätzliche Mühe, zumal man für einige Länder auch spezielle Cover gestaltete. Bandleben Ein äußerst bedeutender Grundsatz von James Last war es, dass Musiker nur dann Höchstleistungen erbringen können, wenn sie sich rundum wohl fühlten. So ließ er im Studio Rahlstedt eigens eine Küche einbauen und eine Köchin anstellen. Mit den Musikern fuhr er auch häufig einige Tage beispielsweise ans Mittelmeer in den Urlaub. Um auch die Familien der Musiker teilhaben zu lassen, entstand in Dorf Fintel vor den Toren Hamburgs ein Freizeitzentrum. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Goldene Schallplatte in den Kamin eingemauert und im September 1973 fand die Einweihung statt. Die Einrichtung bestand aus einem sehr großen Wohnzimmer mit Quadrophonie-Stereoanlage, acht drumherum liegenden Doppelzimmer mit Bad, stets wohl gefüllter Speisekammer und ebensolchen Weinkeller. Jeder Musiker bekam einen Schlüssel, um das Anwesen nutzen zu können. Es kamen auch Freunde der Band zu Besuch, etwa Peter Maffay, Udo Lindenberg oder Otto Waalkes. In Fintel wurden auch sehr viel Musik gehört und die neuesten Trends erörtert. Fernsehauftritte James Last gehörte zur Starparade, für die er auch die Titelmusik schrieb, und der Nachfolgesendung Show-Express. Nach deren Einstellung im Jahr 1982 kam es zu keinen weiteren regelmäßigen Auftritten, da die Fernsehschaffenden inzwischen erwarteten, dass die Künstler wegen des Werbeeffekts mit unbedeutender Gage auftreten, was sich zwar bei Einzelinterpreten, nicht aber bei einem vierzigköpfigen Orchester realisieren ließ. Von nun an gab es nur noch gelegentlich Specials zu sehen, wie Viva España, James Last spielt Bach, In Scotland, James Last im Allgäu oder Mein Miami. Außerdem wurden ganze Konzerte im Fernsehen übertragen, so zum Beispiel das Benefizkonzert in Berlin vor dem Rathaus Schöneberg mit 60.000 Besuchern im Jahr 1974, eine Show aus der Royal Albert Hall 1978 oder das Konzert auf der Berliner Waldbühne 1982 gemeinsam mit Freddy Quinn. Am 17. April 2004 zeigte das ZDF anlässlich des 75. Geburtstages eine auch auf DVD erschienene James-Last-Kultnacht. Privatleben Mit dem Erfolg blieb die Familie Last zwar in Hamburg-Langenhorn wohnen, zog aber vom Reihenhaus Holitzberg 71 zur Hausnummer 61, ein freistehendes Haus mit Schwimmbad, das ein wenig abseits lag, so dass die zahlreich erscheinenden Fans nicht so einfach in den Garten schauen konnten. In das bisherige Haus zog Lasts Bruder Werner ein. Bis einschließlich 1970 verbrachte die Familie Last ihren Sommerurlaub auf Sylt, wo man auf einem Campingplatz wohnte und viele Strandpartys feierte. Ein Autounfall änderte dies und führte letztlich zum Umzug nach Florida: Auf der Rückreise von Sylt überlegte sich die Familie Last ob des defektes Auspuffs ihres Opel Diplomats nach Düsseldorf weiterzufahren und bei Auto Becker eine rasante Limousine zu kaufen. So geschah es dann auch mit dem dort bereitgehaltenen Iso Rivolta Fidia. Auf dem Weg zur Inspektion hatte Waltraud Last dann einige Wochen später bei Bramsche einen schweren Unfall, bei dem sie aus dem Fahrzeug herausgeschleudert wurde und der Auspuff sie schwer verbrannte. Sie schwebte in Lebensgefahr und musste über ein halbes Jahr im Krankenhaus verbringen. Aufgrund der großen Brandnarben mochte sie nun keinen Strand mehr besuchen, woraufhin man beschloss, den Sommerurlaub 1971 auf einem Boot zu verleben. Die ausgewählte 48-Fuß-Yacht musste in Fort Lauderdale übernommen werden. Dort beschloss man spontan, ein Haus zu kaufen. Die Yacht diente dem Olympischen Komitee zwar als Schiedsrichterboot bei dem Segelwettbewerben der Olympischen Spiele 1972 in Kiel-Schilksee, James Last begab sich aber gerade zweimal an Bord. In Fort Lauderdale hingegen zog man bereits 1973 in ein größeres Haus, dann nach Coral Springs und schließlich in ein Haus am Loch 11 eines Golfplatzes in Palm Beach. James Last erlangte kein so großes Vermögen, wie es ihm die immensen Plattenverkäufe gestattet hätten: Beginnend mit seinem Steuerberater wurde er Opfer einiger Anlagebetrüger. Er kaufte Ölbohrtürme, Weingüter und Baumwollfelder in den USA als Abschreibungsobjekte. Als er 1985 einmal seine Weingüter besuchen wollte, stellte sich heraus, dass sämtliche Projekte gar nicht existierten. Daraufhin entfielen die Steuervergünstigungen und es kam zu großen Nachforderungen. Last konnte gerade so eben noch davon abgehalten werden, seine Verlagsrechte zu verkaufen. Er nahm einen Kredit bei der Hamburger Sparkasse auf und war erst kurz vor seinem 70. Geburtstag wieder schuldenfrei. 1997 starb Waltraud. Aus der Depression führten Last, wie er sagt, der Glaube, seine Musik und seine zweite Frau, die 30 Jahre jüngere Vermögensberaterin Christine Grundner. Veränderungen bei Polydor Ab etwa 1985 veränderte sich das Ansehen Lasts bei Polydor. Ossi Drechsler und Werner Klose hatten das Unternehmen verlassen, es kamen neue Mitarbeiter in leitende Funktionen, die James Last für ein Auslaufmodell hielten. Mit einem Umzug verlor Last sein Büro bei der Firma und für seine Produktionen stand immer weniger Geld bereit, wodurch es für ihn immer schwieriger wurde das Niveau zu halten. In den 1990er Jahren gab es dann sogar das Studio in Rahlstedt nicht mehr, man baute es in ein Fernsehstudio um und sendete dann ran – Sat.1 Bundesliga daraus. James Last erwog sogar, seine Plattenfirma zu wechseln, aber damals sah die Rechtsprechung die Werke mehr beim Verlag denn beim Künstler. So hätte man viele Wiederveröffentlichungen auf den Markt bringen und dem Verkauf neuer Alben damit schaden können. Konzerte Erste Auftritte Zunächst trat das James-Last-Orchester nur auf Tanzveranstaltungen oder als Begleitung für einen Sänger auf. So kam es 1968 auch zur ersten, überaus erfolgreichen Tournee mit Freddy Quinn. Allerdings kamen die Gäste dabei zum Tanzen, bzw. vor allem wegen Freddy. Dies führte zur Frage, ob auch eine Tournee als reines Instrumentalorchester genügend Zuhörer finden würde, um sie finanzieren zu können. Ein erster Test dazu ergab sich in Kanada, wo ohne jedwede Werbung plötzlich eine Nachfrage an James-Last-Alben bestand und diese sehr bald 5% der kanadischen Schallplatten-Verkäufe ausmachten. Man lud James Last zu Konzert ein, von denen die ersten drei auf dem Gelände der Weltausstellung Expo 67 in Montreal stattfanden. Am Vortag sangen dort die Three Degrees vor einem gewaltigen Menschenauflauf, der sich dann mit 50.000 Besuchern auch zum Last-Konzert einstellte. Bühnenshow Auf der Bühne zeichnet sich das James Last Orchester dadurch aus, das „die Show keine Show ist“ sondern das Orchester auf der Bühne lebt. Während Last früher dachte, besser als in Las Vegas kann man es nicht machen, sah er dann in diesen Punkt doch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Max Greger beschrieb es einmal so: Ich hatte die besten Jazzer der Welt in meiner Band. Die nehmen ihr Saxophon, spielen, das Solo ist zu Ende, sie legen das Sax beiseite - Ruhe. Dann der Nächste: Posaune - Solo - danach wieder Ruhe. Bei dir kann man von links nach rechts schauen, von oben nach unten, es ist immer was los, die Leute haben immer was zu sehen.[2] Der Schneider der James Last Band war Charly Cisek. Cisek wollte eigentlich Opern-Gewandmeister werden, hat sich dann aber selbstständig gemacht. Zu seinen Kunden gehörten NDR-Musiker, seit 1962 auch Last, den er schon für seine Tätigkeiten in den Orchestern von Alfred Hause und Franz Thon eingekleidet hatte. Erste eigene Tournee Die erfolgreichen Auftritte in Kanada reichten dem Konzertveranstalter Hans-Werner Funke immer noch nicht als Argument aus, um zu einer Deutschland-Tournee überredet werden. Erst nach Testkonzerten, unterstützt von der Zeitschrift Jasmin und unter der Bedingung, einen Gesangsstar mitzunehmen, erklärte er sich schließlich doch bereit. Last war auf dem Schlagerfestival 1966 in Baden-Baden die junge Amateursängerin Katja Ebstein aufgefallen, die schließlich mit kam. Das erste Konzert fand am 10. Oktober 1970 statt. Katja war mit ihrem erfolgreichen Eurovisionsbeitrag Wunder gibt es immer wieder gerade in aller Munde und die vierwöchige Tournee durch Deutschland und Dänemark geriet zu einem riesigen Erfolg, obwohl man nur mit bescheidenen Mitteln arbeitete. Die Band spielte ohne Streicher und man beschränkte sich auf einen einzigen Bühnenscheinwerfer. Alle Konzerte waren ausverkauft, die Westfalenhalle sogar dreimal in Folge mit jeweils 12.000 Zuschauern. Schließlich verlängerte man um zwei weitere Wochen. Seitdem ist das James Last Orchester nahezu jedes Jahr auf Tournee gegangen. In Deutschland waren Tourneen aber immer besonders schwer zu organisieren, zwischen 1987 und 1996 fand sich sogar überhaupt kein Veranstalter, der das Risiko für die Instrumentalgruppe übernehmen wollte, und als Begleitband für eine möglicherweise nicht einmal zum Orchester passende Stimme wollte Last nicht reisen. So blieb es in dieser Zeit bei Einzelauftritten. Sowjetunion Ein lange vorbereiteter Kulturaustausch fand im Mai 1972 statt, die Russen entsendeten die Leningrader Philharmonie nach Deutschland und im Gegenzug reiste das James Last Orchester durch die Sowjetunion. Last hatte schon Erfahrungen mit diesem Land, war er doch bereits 1956 mit Max Greger und dem noch völlig unbekannten Udo Jürgens dort gewesen. Die Menschen in der Sowjetunion kannten James Last nur von heimlich ins Land importierten Tonbändern und von BBC Radio. Die Planungen sahen zusammen 20 Konzerte in Tiflis, Leningrad, Kiew und Moskau binnen vier Wochen vor. Die Bandmitglieder sind bereits am ersten Tag von einem Aeroflot-Flug in einer winzigen Maschine im miserablen Zustand und einem baufälligen Hotel erschreckt worden. Dann fehlten die Notenpulte und eine Orgel, weil sie nicht ins Flugzeug gepasst hätten. Erst als die Zuschauer wieder gehen mussten, sorgten die Organisatoren für die vollständige Ausrüstung. Weiteren Ärger gab es mit dem Programm: Gemäß den Wünschen der Gastgeber gehörten deutsche und russische Volkslieder zum Programm, das Publikum begeisterte sich aber nur für den internationalen Teil. Deswegen beschränkte sich Last beim nächsten Auftritten auf letzteres. In Tiflis und Leningrad nahm die sowjetische Führung das noch hin, in Moskau stellte man aber sogar mitten im Konzert den Strom ab. Jenen Aufpasser, der die Tournee begleitete und fast alles ablehnte, bekam zur Strafe schließlich seinen Wunsch nach einer Schallplatte dergestalt erfüllt, dass ihm Last Breschnew-Reden mit Polydor-Label im Beachparty-Cover überreichte. Royal Albert Hall Erstmals gastierte James Last 1971 in Großbritannien, mit kleiner Besetzung ohne Chor und Streicher in einem ehemaligen Londoner Kino. Die große Resonanz, es gab fünf Zugaben und sämtliche Pressberichte sprachen begeistert über das Ereignis, hatten 1973 einen erneuten Besuch zufolge. Diesmal nicht nur mit Chor und Streicher, sondern auch an einem ganz besonderen Ort: der Royal Albert Hall. Das Konzert war sofort ausverkauft, ein Zeitungsbericht stellte die Situation mit den Worten dar: Auf dem Schwarzmarkt konnte man vielleicht ein Ticket für das Fußball WM-Finale bekommen oder eine Einladung zur Garden-Party der Queen, aber sicher keine Karte für ein James-Last-Konzert. Last spielte auch die konzertanten Nummern, um die Fähigkeiten des Orchesters darzustellen, und alles kam überwältigend an. Es gab kaum einen zweiten Ort mit vergleichbar begeisterungsfähigen Publikum. Im Laufe der Zeit kam es zu vielen weiteren Konzerten und Last feierte dort auch seinen fünfzigsten, sechzigsten und siebzigsten Geburtstag. 1977 gab es sogar ein völlig ungewöhnliches Experiment. Da die britischen Fans auf den Sing-mit-Patys besonders aktiv teilnahmen, verlegte Last eine solche in die Royal Alber Hall. Hierzu wurde erstmals die Bestuhlung ausgebaut, um eine Tanzfläche entstehen zu lassen. James Last gehörte auch zu jenen Künstlern, die man anlässlich Renovierungsarbeiten an der Halle fragte, was man noch verbessern könne. Großbritannien In Großbritannien hatte James Last immer einen ganz besonders großen Erfolg, er begann mit einer Werbeaktion in Gestalt des Albums This is James Last, das man zum Sonderpreis verkaufte und das sofort in die Charts gelangte. So befanden sich 1967 sogar einmal vier Last-Alben zur gleichen Zeit auf den ersten Plätzen. Im Gegensatz zu Deutschland fand James Last für Großbritannien immer einen Veranstalter und konnte so fast jedes Jahr dort auf Tournee gehen, zwischen 1971 und 1994 immerhin 25-mal. In einigen britischen Städten hat man sogar die Veranstaltungsorte modernisiert, nämlich mit der Drohung, nicht mehr wiederzukommen, wenn beim nächsten Mal immer noch etwa die Garderobe den Eindruck erweckt, dass in ihr Ratten wohnen oder die Stühle auf der Bühne mit einer Dreckschicht überzogen waren, so dass die Bühnenanzüge Schaden nahmen. Zu jeder Tournee durch Großbritannien gehörten auch Stationen in Irland dazu. Das Publikum dort sang besonders korrekt mit und war mit Ausnahme von China am jüngsten. Welttourneen Die erste ganz weite Reise des James Last Orchesters fand 1972 statt, sie verlief über Johannesburg, Perth, Sydney, Melbourne, Brisbane und Adelaide. Auf der Rückreise besuchte man dann noch Asien. In Australien traf man auf besonders enthusiastische Fans und es gab kaum jemanden, der die Last-Schallplatten nicht kannte. Beim zweiten Australien-Besuch 1975 gab das James Last Orchester das erste Popkonzert im neuen Sydney Opera House. Diesmal ging die Reise über Neuseeland weiter nach Hongkong, Kuala Lumpur, Malaysia und Singapur. 1980 gab man auf der dritten Asienreise auch auf den Philippinen Konzerte. Japan James Last hätte gerne schon 1964 an der Japan-Tournee von Alfred Hause teilgenommen, für die er auch arrangiert hatte. Damals ließ es sich aber nicht einrichten. 1968 dachten dann die Polydor-Manager daran, die LP Sekai Wa Futari No Tame Ni mit Konzerten in Japan zu unterstützen. Es sollte aber noch bis 1975 dauern, dann gingen drei Wochen Japan der Australien-Reise voraus. 1979 folgte eine vierwöchige Japan-Tournee. Die enormen Kosten für das große Orchester verursachten vorab langwierige Verhandlungen, die Streicher waren vom New Japan Symphony Orchestra gemietet. Die Tournee lief mit absoluter Perfektion ab. Man spielte in kleineren Hallen, als von Europa gewohnt und begann bereits um 18.30 h, damit das Publikum anschließend noch die öffentlichen Verkehrsmittel erreichte. James Last hatte sich auf zurückhaltene Zuhörer eingestellt. Bei den ruhigeren Titeln hörten tatsachlich alle andächtig zu, während sie während der flotteren wild umher tanzten, um am Ende der Nummer wieder auf den Sitzen zu verharren. DDR Einem Besuch in die Deutsche Demokratische Republik gingen lange Verhandlungen voraus. Erst 1987 durfte das Orchester zu einer fünftägigen Reise aufbrechen. Dort gab er mit seinem Orchester in Cottbus und Gera zwei Konzerte. Außerdem im Palast der Republik an drei Tagen fünf Konzerte, die mit dem fahrenden Tonstudio Rüsselmobil von Otto Waalkes aufgezeichnet wurden und als stark gekürzte Fassung auf CD, LP, MC, LD (Laserdisc) und Video Berlin-Konzert '87 bereits wenige Tage später in den Handel kamen. 2004 wurde dieses legendäre Konzert auch in der gekürzten Fassung auf DVD als "Live in Ost-Berlin" veröffentlicht. Das DDR-Fernsehen sendete eines dieser Berliner Konzerte von 1987 in seiner gesamten Länge von ca. 150 Min. live, aber MONO-Ton, im TV, während der original STEREO-Ton parallel dazu im Rundfunk ausgestrahlt wurde. James Last hielt sie für eine der besten Live-Aufnahmen seines Orchesters. Der Aufenthalt war mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden, etwa dass Telefongespräche im Hotel erst nach mehreren Stunden vermittelt wurden. Das Publikum indes reagierte fantastisch. Ein zweites Mal reiste das James Last Orchester 1989, kurz vor dem Mauerfall in die DDR. Diesmal fanden -außer wiederum in Ost-Berlin ("Palast der Republik")- auch zwei Konzerte gemeinsam mit René Kollo in der Dresdner Semperoper statt. Von diesen Konzerten in der Semperoper gibt es auch verschiedene TV-Sendungen. China Nachdem Verhandlungen zu einer Tournee durch China schon einmal gescheitert waren, konnte eine solche im September 2002 endlich beginnen, mit fünf Konzerten in Kanton, Shanghai und Peking. Zuvor gab es allerdings eine Meuterei in der Band: Verschiedene Mitglieder wollten nicht mit nach China kommen. Chor und Streicher waren davon aber nicht betroffen und James Last konnte neue Bläser und eine neue Rhythmusgruppe aufbauen. Veränderungen Ursprünglich ging James Last mit Kontrabässen, Celli und Bratschen auf Tournee, musste sich dann aber aus Kostengründen beschränken. Dies betraf insbesondere die schwer zu transportierenden Bässe, welche aber inzwischen durch den Synthesizer ganz gut ersetzt werden konnten. Die Bratschen wichen einem satteren Violinenklang mit nunmehr 16 Instrumenten anstatt zuvor 12 Violinen und 4 Bratschen. Die Celli hingegen ließen sich nicht elektronisch ersetzen, auf der Tournee 2004 konnte aber wenigstens eins wieder mitgenommen werden. Eine Tournee ohne Streicher indes wäre inzwischen unvorstellbar. Sie sind ein ganz wichtiger Bestandteil des Last-Sound. Den wiederum erwartet das Publikum so sehr, dass es sich nicht mit Lautsprecherklängen dieser Instrumente zufrieden gibt. James Last würde sogar noch mehr Streicher auf der Bühne einsetzen, wenn es das Budget zuließe. Soundtrack für deutsche Kino-Komödie 2007 wählte die Contstantin-Film James Last aus, den gesamten Soundtrack für die Komödie " Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" (Regisseur: Leander Haußmann) zu produzieren. Alles Songs wurden von James Last komponiert, und der Titelsong "Der kleine Unterschied" von der jungen deutschen Chansons-Sängerin Annett Louisan gesungen. Die Presse lobte die Filmmusik einhellig [3][4][5][6] ("... Kultiger Soundtrack von Big-Band-Legende James Last ...", "... die Musik zu dieser wortwitzigen Komödie lieferte kein geringerer als James Last ..."). Verkaufserfolge 17 Platin-Schallplatten 206 Goldene Schallplatten 6 Goldene Music-Cassetten 11 Silberne Schallplatten Auszeichnungen 1950: bester Jazzbassist des Jahres (Deutscher Jazzpoll) 1951: bester Jazzbassist des Jahres (Deutscher Jazzpoll) 1952: bester Jazzbassist des Jahres (Deutscher Jazzpoll) 1969: MIDEM-Trophäe (Cannes) 1969: Deutscher Schallplattenpreis für das Neuarrangement von Bertolt Brechts Dreigroschenoper 1969: Beliebtestes Orchester des Jahres (Deutscher Musikpoll) 1970: Beliebtestes Orchester des Jahres (Deutscher Musikpoll) 1971: Beliebtestes Orchester des Jahres (Deutscher Musikpoll) Goldene Europa (Europawelle Saar) 1971: Goldenes Grammophon 1971: Silbermöwe (Hamburger Abendblatt) Gold Leaf Award (Kanada) für Super Non Stop Dancing Gold Leaf Award (Kanada) für James Does His Thing Golden Award, Record World Top German Orchestra Country Music Award (ASCAO) ASCAP-Award Elvis Presley 1975: Goldene Westfalenhalle 1975: Goldener Notenschlüssel (Deutscher Musikverlag Sikorski) Ehrenlöwe (Radio Luxemburg) 1976: Star Of The Year-Trophäe (von den englischen Fachzeitschriften Musicweek und Billboard) 1977: Robert-Stolz-Preis der Robert-Stolz-Stiftung 1978: Bundesverdienstkreuz am Bande, verliehen von Bundespräsident Walter Scheel 1979: Goldene Kamera (Zeitschrift HörZu) 1980: Preis von Cashbox für The Seduction (beste Instrumentalproduktion) Special-Price für 52 Chart-Albums in Großbritannien 1983: Ehren-Schleusenwärter in Hamburg. 1991: Goldene Stimmgabel (ZDF) 1994: Goldene Eins 1994: Echo in der Kategorie „Lebenswerk“ 1997: Goldene Europa 2000: Platin-Stimmgabel (ZDF) 2005: Mall of Fame 2008: Bremer Senatsmedaille 2008: Ernennung zum Ehrensenator der Hochschule für Künste Bremen Quelle: Wikipedia


 
   
     
   
     
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