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  Fliegender Sommer
  von Heinrich Seidel (1842-1906) Durch die sonnenklaren Lüfte Fliegt's in Fäden und in Flocken - Sind es die gebleichten Haare Aus des Sommers sonn'gen Locken? Sind es luftige Gefährte Für der Elfen leichte Schaaren, Drauf sie - Menschenaug' verborgen - Durch die klaren Lüfte fahren? Sind's des Herbstes leichte Fahnen, Die, nach Endigung des Krieges Mit dem Sommer, der entfaltet Im Triumphe seines Sieges? Oder ist 's die zarte Fessel, Die den Sommer hielt am Norden? Er zerriss sie - fliegt gen Süden Jubelnd, dass er frei geworden! Schwingt sich über Land und Meere Dorthin, wo sein Herz gewohnet, Wo er wieder in den bunten, Duft'gen Prachtpalästen thronet!


 
   
     
   
     
      © by Nora Runge - Alle Rechte vorbehalten