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  Die Grünkohlfahrt


  von Scilasko Ich hatte etwas Geld gespart und schrieb mich ein zur Grünkohlfahrt unsres Vereins, Jupp, Schorsch und Pitt, selbst Hans und Mimi machten mit. Der Bus war voll am Tag der Tat, er platzte fast aus jeder Naht, und wie’s so ist auf solchen Reisen, man ließ sogleich den Flachmann kreisen. Die Fahrt ging etwa Richtung Norden, wohin, ist mir nicht klar geworden, das Gasthaus hieß „Im stillen Winkel„, Spezialität war: Kohl mit Pinkel. Der Wirt, als wir drin Platz genommen, hieß uns in Versform nun willkommen, manch Witz von Liebe, Schmaus und Suff war Asbach* und von anno Muff. Die Fraun, auch Mimi, lachten zwar (meist da, wo nichts zu lachen war), doch bald verging manch Ehedrachen aus dem Verein das frohe Lachen. Die Kellnerin trat in den Raum, reif, sexy, süß, ein Männertraum in Blond, mit himbeerrotem Munde. Da ging ein Raunen durch die Runde. Sie war allein vom Anblick schon, Kohl hin, Kohl her, die Attraktion, und jeder reckte seinen Rüssel zu ihr, statt in die Grünkohlschüssel. Sie flirtete auf Schritt und Tritt, trank hier und da ein Gläschen mit und jeder glaubte stolz, er wäre ihr Grund zur Seitensprung-Affäre. Selbst Hans, der selten „Hans im Glück„, riskierte ein Husarenstück und ritt so zwei, drei Zwick-Attacken auf ihre smarten Hinterbacken. Doch Mimi stoppte diese Faxen, trat der Gezwickten in die Haxen, dabei entglitt nun der Blondine die randgefüllte Kohlterrine. Es machte „schwapp„, die grüne Chose ergoß sich über Schorses Hose, doch der ergab sich ohne Fluchen gern ihren Reinigungsversuchen. Das blonde Gift bekam uns alle in ihre Herz- (und Euro-)Falle, sie hamsterte manch dicken Schein von uns als reines Trinkgeld ein. Nach zögerlichem Abschied waren wir spät (und blank) nach Haus gefahren, doch fröhlich sang im Bus die Meute vom Tag „ so wunderschön wie heute„. Und nur die Frauen unsrer Gruppe war’n sauer auf die blonde Puppe, die uns, was sie ja mitbekommen, wie Weihnachtsgänse ausgenommen. Ich frag mich allerdings: Warum glaubt man, Blondinen seien dumm? *Asbach = uralt


 
   
     
   
     
      © by Nora Runge - Alle Rechte vorbehalten