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  Osterlied
  von Matthias Claudius (1740-1815) Das Grab ist leer, das Grab ist leer! Erstanden ist der Held! Das Leben ist des Todes Herr, Gerettet ist die Welt! Gerettet ist die Welt! Die Schriftgelehrten hatten's Müh, Und wollten Weise sein; Sie hüteten das Grab, und sie Versiegelten den Stein, Versiegelten den Stein. Doch ihre Weisheit, ihre List Zu Spott und Schande ward; Denn Gottes Weisheit höher ist, Und einer andern Art, Und einer andern Art. Sie kannten nicht den Weg, den Gott In seinen Werken geht; Und dass nach Marter und nach Tod Das Leben aufersteht, Das Leben aufersteht. Gott gab der Welt, wie Moses lehrt, Im Paradies sein Wort; Und seitdem ging es ungestört Im stillen heimlich fort. Im stillen heimlich fort. Bis daß die Zeit erfüllet war – Die Himmel feirten schon – Da kam's zutage, da gebar Die Jungfrau ihren Sohn, Die Jungfrau ihren Sohn, Den Seligmacher – –. Hoch und hehr, Und Gottes Wesens voll Ging er in Knechtsgestalt einher, Tat Wunder und tat wohl, Tat Wunder und tat wohl; Und ward verachtet und verkannt, Gemartert und verklagt, Und starb am Kreuz durch Menschenhand; Wie er vorhergesagt, Wie er vorhergesagt; Und ward begraben, und beweint, Als sei er tot, allein Er lebt, nun Gott und Mensch vereint, Und alle Macht ist sein, Und alle Macht ist sein. Halleluja! das Grab ist leer! Gerettet ist die Welt, Das Leben ist des Todes Herr! Erstanden ist der Held! Erstanden ist der Held.


 
   
     
   
     
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