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  Storchenbotschaft
  von Eduard Mörike (1804-1875) Des Schäfers sein Haus und das steht auf zwei Rad, Steht hoch auf der Heiden, so frühe, wie spat; Und wenn nur ein mancher so'n Nachtquartier hätt! Ein Schäfer tauscht nicht mit dem König sein Bett. Und käm ihm zu Nacht auch was Seltsames vor, Er betet sein Sprüchel und legt sich aufs Ohr; Ein Geistlein, ein Hexlein, so lustige Wicht', Sie klopfen ihm wohl, doch er antwortet nicht. Einmal doch, da ward es ihm wirklich zu bunt: Es knopert am Laden, es winselt der Hund; Nun ziehet mein Schäfer den Riegel – ei schau! Da stehen zwei Störche, der Mann und die Frau. Das Pärchen, es machet ein schön Kompliment, Es möchte gern reden, ach, wenn es nur könnt! Was will mir das Ziefer? – ist so was erhört? Doch ist mir wohl fröhliche Botschaft beschert. Ihr seid wohl dahinten zu Hause am Rhein? Ihr habt wohl mein Mädel gebissen ins Bein? Nun weinet das Kind und die Mutter noch mehr, Sie wünschet den Herzallerliebsten sich her? Und wünschet daneben die Taufe bestellt: Ein Lämmlein, ein Würstlein, ein Beutelein Geld? So sagt nur, ich käm in zwei Tag oder drei, Und grüßt mir mein Bübel und rührt ihm den Brei! Doch halt! warum stellt ihr zu zweien euch ein? Es werden doch, hoff ich, nicht Zwillinge sein? — Da klappern die Störche im lustigsten Ton, Sie nicken und knicksen und fliegen davon


 
   
     
   
     
      © by Nora Runge - Alle Rechte vorbehalten