Geschichten

Suchen:

> Übersicht
> Neuste Einträge
> Am häufigsten aufgerufen

Kategorien:
> Anekdoten und Kurzgeschichten aus vier Jahrhunderten
> Erzählungen von Duncan Smile
> Erzählungen von Franz Kafka (1883 - 1924)
> Geschichten �ber Engel
> Geschichten über Engel
> Geschichten von Scilasko
> Geschichten zum Schmunzeln
> Kleiner Streifzug durch die Welt der Literatur
> Max und Moritz
> Nachdenkliches
> Weihnachtserzählungen
> Weihnachtserz�hlungen

 
  Yes Virginia, there is a Santa Claus
  Ein 8-jähriges Mädchen schrieb an den Chefredakteur der "New York Sun", Francis. P. Church: Lieber Herr Chefredakteur, ich bin acht Jahre alt. Manche von meinen kleinen Freunden sagen, es gebe keinen Weihnachtsmann. Papa sagt: "Wenn's in der Sun steht, dann stimmt's". Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann? Virginia O'Hanlon Die Antwort des Chefredakteurs: Liebe Virginia, Deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie zweifeln, weil Zweifeln heutzutage modern ist. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie meinen, es kann nichts geben, was sie mit ihrem kleinen Verstand nicht verstehen können. Liebe Virginia, der Verstand von allen Menschen, von Erwachsenen wie von Kindern, ist klein. In unserem großen Universum sind wir Menschen an Geist nur wie Insekten, wie Ameisen, verglichen mit der unendlichen Welt um uns herum, und gemessen an der Intelligenz, die nötig wäre, die ganze Wahrheit und alles Wissen zu begreifen. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann! Es gibt ihn so sicher, wie es Liebe und Großzügigkeit und Treue gibt, und Du weißt ja, die gibt es reichlich. Sie machen Dein Leben schön und froh. Ach, wie finster wäre doch die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so traurig, wie wenn es keine kleinen Mädchen gäbe, die Virginia heißen. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Zärtlichkeit, die unser Leben erträglich machen. Wir könnten uns nur über etwas freuen, was man sieht und versteht. Das Licht, das Kinder hinaus in die Welt strahlen, wäre ein für allemal weg. Nicht an den Weihnachtsmann glauben? Dann könntest Du ebensogut nicht an Feen glauben. Du könntest auch Deinen Papa dazu bringen, daß er Leute anstellt, um am Heiligen Abend alle Schornsteine zu überwachen und den Weihnachtsmann einzufangen. Aber selbst wenn Du nicht sähest, wie der Weihnachtsmann durch den Schornstein kommt, was würde das beweisen? Kein Mensch sieht den Weihnachtsmann. Aber das heißt noch lange nicht, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wahrsten Dinge auf dieser Welt sind Sachen, die weder Kinder noch große Leute sehen können. Hast Du je gesehen, wie die Feen auf den Wiesen tanzen? Natürlich nicht. Aber das heißt noch lange nicht, daß sie nicht da sind. Es kann überhaupt niemand begreifen oder sich vorstellen, was es auf dieser Welt alles für Wunder gibt, die man nicht sieht und auch nicht sehen kann. Eine Kinderrassel kann man aufreißen und nachschauen, was da drin rasselt. Aber vor der unsichtbaren Welt hängt ein Schleier, den nicht der stärkste Mann, nicht einmal die allerstärksten Männer, die je gelebt haben, mit vereinten Kräften zerreißen könnten. Nur Glaube, Poesie, Liebe und Zärtlichkeit können den Vorhang wegziehen und die unbeschreibliche Schönheit und Herrlichkeit sehen, die dahinter liegt. Ist das alles auch wahr? Ach, Virginia, es gibt auf der ganzen Welt sonst nichts, was wahr ist und bleibt. Kein Weihnachtsmann? Gott sei Dank! Er lebt, und er wird ewig leben. In tausend Jahren, liebe Virginia, ja in zehnmal zehntausend Jahren wird er immer noch Kinderherzen frohmachen. Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!!! Dein Francis P. Church


 
   
     
   
     
      © by Nora Runge - Alle Rechte vorbehalten