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  7. Streich - Eine Bubengeschichte in sieben Streichen


 

von Wilhelm Busch (1832-1908)
(Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Max_und_Moritz)

Bauer Mecke

Max und Moritz, wehe euch!
Jetzt kommt euer letzter Streich!
Wozu müssen auch die beiden
Löcher in die Säcke schneiden?

Seht, da trägt der Bauer Mecke,
Einen seiner Maltersäcke.
Aber kaum, daß er von hinnen,
Fängt das Korn an zu rinnen.
Und verwundert steht und spricht er:
"Zapperment! Dat Ding werd lichter!"

Hei! da sieht er voller Freude
Max und Moritz im Getreide.
Rabs! - in seinen großen Sack
Schaufelt er das Lumpenpack.
Max und Moritz wird es schwüle,
Denn nun geht es nach der Mühle. -

"Meister Müller, he, heran!
Mahl er das, so schnell er kann!"
"Her damit!" Und in den Trichter
Schüttelt er die Bösewichter.
Rickeracke! Rickeracke!
Geht die Mühle mit Geknacke.

Hier kann man sie noch erblicken,
Fein geschroten und in Stücken.
Doch sogleich verzehret sie
Meister Müllers Federvieh.

Schluß

Als man dies im Dorf erfuhr,
War von Trauer keine Spur.
Witwe Bolte, mild und weich,
Sprach: "Sieh da, ich dacht es gleich!"
"Ja, ja, ja!" rief Meister Böck,
"Bosheit ist kein Lebenszweck!"
Drauf, so sprach Herr Lehrer Lämpel:
"Dies ist wieder ein Exempel!"
"Freilich!" meint der Zuckerbäcker,
"Warum ist der Mensch so lecker!"
Selbst der gute Onkel Fritze
Sprach: "Das kommt von dumme Witze!"
Doch der brave Bauersmann
Dachte: "Wat geiht meck dat an?!"
Kurz, im ganzen Ort herum
Ging ein freudiges Gebrumm:
"Gott sei dank! Nun ist's vorbei
Mit der Übeltäterei!"




 
   
     
   
     
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