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  Das Goldenes Vlies


 

Das Goldene Vlies (gr. ΧρυσÏŒμαλλον Δέρας Chrysómallon Déras) war nach der griechischen Mythologie das Fell des goldenen Widders Chrysomeles, der fliegen und sprechen konnte.

Mythos
Dem böotischen König Athamas war seine Frau Nephele fremd geworden. Darum nahm er sich Ino, die Tochter des Kadmos, als neue Frau. Ino hasste ihre Stiefkinder, Helle und insbesondere den Thronanwärter Phrixos, da sie einen eigenen Sohn haben wollte, der das königliche Erbe antreten sollte.
Nephele merkte, dass ihre Kinder wegen der Eifersucht der Stiefmutter in Gefahr schwebten und erbat die Hilfe der Götter, worauf Hermes Chrysomeles zu ihr sandte. Der Widder nahm die Kinder auf seinen Rücken und trug sie fort. Er stieg in die Luft und flog nach Osten. Als er die Meerenge überquerte, die Europa und Asien trennt, rutschte Helle von seinem Rücken und fiel ins Wasser, das nach ihr Hellespont (Meer der Helle) benannt wurde. Der Widder setzte Phrixos sicher in Kolchis ab, einem Land am Schwarzen Meer, das von König Aietes regiert wurde.
Phrixos wurde dort gastlich empfangen, und aus Dankbarkeit, dass die Götter sein Leben bewahrt hatten, opferte man Chrysomeles im Tempel des Zeus. Aietes erhielt das wertvolle Goldene Vlies, hängte es im heiligen Hain des Gottes Ares auf und ließ es von einem schiffsgroßen Drachen bewachen, der niemals schlief.
Später raubten die Argonauten unter Führung Jasons und mit Hilfe der Medea, Tochter des Aietes, das Vlies des Chrysomeles und brachten es nach Iolkos, wo es dem Pelias übergeben wurde (Homer: Odyssee 12,70). Geschichten, die den weiteren Verbleib des Vlies beschreiben, sind nicht bekannt.

Hintergrund
Hintergrund des Mythos dürfte sein, dass im goldreichen Kolchis, dem späteren Georgien am Kaukasus, Schaffelle verwendet wurden (und werden), um Gold aus den Flüssen zu waschen. Ausgrabungen in Georgien haben denn auch besonders kunstvoll getriebene Goldgegenstände aus den Gräbern der Archaischen und Klassischen Zeit hervorgebracht. Am Fundort Wani, 60 km vom Schwarzen Meer, kam schon seit 1876, in großem Umfang bei den Grabungen der 60er Jahre, eine hochstehende Kultur mit zahlreichen Zeugnissen der Goldschmiedekunst zu Tage. Darunter auch feinste Gewebe aus Goldfäden. Der Höhepunkt dieser Kultur lag im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. Schon Strabon (Geographie I, 2, 39) vermutete, dass der Hintergrund der Argonautensage die Gier der Griechen nach den Bodenschätzen des Schwarzen Meeres war. Auch Appian im 2. Jahrhundert wusste, dass die Flüsse des Kaukasus noch reichlich Goldstaub führten: Die einheimischen Bewohner halten dichtwollige Schafsfelle ins Wasser, in denen sich der Goldsand fängt. (Appian, Mithridatischer Krieg, 103)

Sonstiges
Euripides setzte dem georgischen Gold ein besonderes Denkmal. Er ließ Medeas Rivalin Glauke (Kreusa), die ihr den Ehemann Jason nahm, ein besonders kostbares Geschmeide schenken. Ein herrliches Kleid und goldenes Diadem. Als die Glückliche das Gewand anlegte, verglühte sie im Feuer.
Apollonios von Rhodos erzählt die Geschichte der Rückholung des Goldenen Vlieses in den Argonautika.
Philipp der Gute von Burgund stiftete 1430 den „Orden vom Goldenen Vlies“, der zum habsburgischen Hausorden wurde.
Pietro da Cortona stellte in seinem Fresco aus dem 17. Jahrhundert des Florentiner Palazzo Pitti einen Bezug zwischen dem Goldenen Vlies und dem Lamm Gottes her.

Quelle Text und Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies
 




 
   
     
   
     
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