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Gedichte & Balladen

Sommernacht

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von Robert Reinick (1805-1852) Der laute Tag ist fortgezogen, Es kommt die stille Nacht herauf, Und an dem weiten Himmelsbogen, Da gehen tausend Sterne auf; Und wo sich Erd' und Himmel einen In einem lichten Nebelband, Beginnt der helle Mond zu scheinen Mit mildem Glanz ins dunkle Land. Da geht durch alle Welt ein Grüßen Und schwebet hin von Land zu Land; Das ist ein leises Liebesküssen, Das Herz dem Herzen zugesandt, Das im Gebete aufwärts steiget, Wie gute Engel, leicht beschwingt, Das sich zum fernen Liebsten neiget Und süße Schlummerlieder singt. Und wie es durch die Lande dringet, Da möchte alles Bote sein; Ein Vogel es dem andern singet, Und alle Bäume rauschen drein; Und durch den Himmel geht ein Winken Und auf der Erde nah' und fern; Die Ströme heben an zu blinken, Und Stern verkündet es dem Stern. O Nacht, wo solche Geister wallen Im Mondenschein, auf lauer Luft! O Nacht, wo solche Stimmen schallen Durch lauter reinen Blütenduft! O Sommernacht, so reich an Frieden, So reich an stiller Himmelsruh': Wie weit zwei Herzen auch geschieden, Du führest sie einander zu!