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Gedichte & Balladen

Abschied und Rückkehr

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von Detlev von Liliencron (1844-1909) Vorbei, vorbei, auf feuchter Spur irrt trostlos nun mein Blick ins Weite. Vorbei, vorbei, die Möwe nur gibt mir ein trauriges Geleite. Nun kehrt auch sie; fernab, fernab ist längst mein Vaterland geblieben. Aus meiner Heimat, wo mein Grab ich schon gewählt, bin ich vertrieben. Als gestern ich im Abschiedszorn voll Schmerz den Lindenzweig gerüttelt, als ich den Rebhahn hört' im Korn, es hat ein Fieber mich geschüttelt. Es wogt mein Schiff, es sinkt und hebt, ein Sturmlied singen die Matrosen. Es wogt mein Herz, es ringt und bebt, es schlägt der Sturm den Heimatlosen. II. Aus Wogen taucht ein blasser Strand, es schimmert fern durch meine Tränen des Vaterlandes Küstenrand, erschöpft muss ich am Maste lehnen. Der Flieder blüht, die Schwalbe zieht, und auf den Dächern schwatzen Stare, der Orgeldreher dreht sein Lied, ein linder Wind küsst mir die Haare. Die Mädchen lachen Arm in Arm, Soldaten stehen vor der Wache, und aus der Schule bricht ein Schwarm, der lustig lärmt in meiner Sprache. Es schreit mein Herz, es jauchzt und bebt der alten Heimat heiß entgegen. Und was als Kind ich je durchlebt, klingt wieder mir auf allen Wegen.