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Meine Texte

Gestörte Idylle auf dem Balkon

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Ein letzter sonniger Tag ohne Regen,
wohlig strecke ich mich der Sonne entgegen.
Lasse meinen Gedanken freien Lauf,
sauge den Duft des Herbstes in mich auf.

Am Himmel weiße Wolkenschleier ziehn,
lassen meine Träume mit sich fliehn.
Ein Tag, die Seele baumeln zu lassen,
sich nur mit Schönem zu befassen.

Die Blätter der Eichen tanzen Reigen,
leichter Wind treibt sie von den Zweigen.
Fallende Kastanien in glänzendem Maron,
geben den Takt dazu mit leisem Ton.

Amseln haben die Beeren des Feuerdorns entdeckt,
man hört und sieht, dass es ihnen schmeckt.
Sie verteilen die Früchte auf unserm Balkon,
doch heute lasse ich mich nicht ärgern davon!

In den Kästen leuchten Astern farbenfroh,
in der Sonne sie gleißen wie Feuerloh'.
Der Weihrauch verströmt seinen herben Duft,
auch ein Hauch von Lavendel liegt in der Luft.

Im Kirschbaum junge Amseln studieren
Gesang, die Melodie sie immer neu variieren.
Es klingt wie eine Vorahnung auf den Frühling-
ach, den Winter überspringen – wenn das ging'.

In Nachbars Apfelbaum Krähen kreischen,
jede versucht die beste Frucht zu erheischen.
Unsere Schwarze macht die Idylle perfekt.
Sie liegt mir zu Füßen, lang ausgestreckt.

Wir geben uns beide der Stille hin,
nichts Böses trübt unseren Sinn.
Lassen uns von der Sonne wärm',
genießen die Minuten ohne Lärm.

Doch jäh' ist es mit der Ruhe vorbei,
Schluß ist's mit der Träumerei.
Aus Nachbars Garten plötzlich dröhnt
der Rasenmäher, der alles übertönt.

Genervt verlasse ich den Balkon.
Auch unsere Schwarze trollt davon.
Doch was soll alles Geklage,
ich hoffe auf weitere sonnige Herbsttage.

© by Nora Runge

Themen: Gezubbel

Verfasser: Nora Runge