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Gedichte & Balladen

An die Geliebte

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von Theodor Körner (1791-1813) Heil'ger Frieden liegt in klaren Tönen Auf der eingeschlummerten Natur, Und des Mondes sanfte Schimmer krönen Dort den Wald mit seinen dunklen Söhnen, Dort den Berg und dort die Wiesenflur. Und ich bade mir im Windeshauche Meine heiße, wildbewegte Brust, Wie ich da mich in Erinnrung tauche, Drängen sich in's klare Seelenauge Alle Bilder sel'ger Liebeslust. Wie du mir zum ersten Mal erschienen, Ach, ich seh' dich jetzt noch vor mir stehn, Wie du mir mit diesen Engelsmienen Wie aus ferner Himmelswelt erschienen; Mädchen, du warst gar zu wunderschön! Wie ich dann ein still unendlich Lieben In der treuen Dichterbrust empfand, Und zuletzt, von heißer Glut getrieben, Dir der ersten, ersten Brief geschrieben Und verwegen mein Gefühl gestand. Seligkeit, nun drängen deine Keime Ihre Blüten in die volle Brust, Lebenswarm in heitre Sonnenräume Jubeln die entzückten Frühlingsträume Die Verklärung ihrer heil'gen Lust. Denn ich sehe mich auf meinen Knien Liegend vor dem heiligen Altar, Sehe Seelen ineinander sprühen, Kuß auf Kuß und Wang' an Wange glühen, Gottes Frieden und ein selig Paar. Strahlenjubel leuchtet aus den Blicken, Der sich klar durch Nacht und Nebel webt; - Dich an's treue, warme Herz zu drücken, Nenn mir, Geliebte, das Entzücken Das durch alle Nervenzweige bebt! Nenne mir der Seele Wunderbeben; Ich bin mild und ungestüm zugleich, Fühle sanften Frieden mich umschweben, Und bin doch dem Sturme hingegeben, Bin trotz meiner Felsenkühnheit weich. Und ich suche - - aber schweigt, ihr Träume! Seht ihr's nicht, wie's dort im Osten graut? Liederfrühling, schließe deine Keime, Bis ich neu in frischen Wellen schäume, Gute Nacht, du meine süße Braut!