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Gedichte & Balladen

Mittag

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von Andreas Gryphius (1616-1664)

Auf Freunde! Laßt uns zu der Tafel eilen,
Indem die Sonn ins Himmels Mittel hält
Und der von Hitz und Arbeit matten Welt
Sucht ihren Weg und unsern Tag zu teilen!

Der Blumen Zier wird von den Flammenpfeilen
Zu hart versehrt, das ausgedörrte Feld
Wünscht nach dem Tau, der Schnitter nach dem Zelt;
Kein Vogel klagt von seinen Liebesseilen.

Itzt herrscht das Licht; der schwarze Schatten fleucht
In eine Höhl, in welche sich verkreucht,
Den Schand und Furcht sich zu verbergen zwinget.

Man kann dem Glanz des Tages ja entgehn,
Doch nicht dem Licht, das, wo wir immer stehn,
Uns sieht und richt und Höll und Gruft durchdringet.