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Gedichte & Balladen

Die Maden

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von Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809) Ein wimmelnder Konvent von Käsemaden Ergoss bei seinem Abendschmaus Sich in bitterste Jeremiaden: Man muss gestehn, so rief er aus, Dass niemand in der Kunst zu schaden Dem Menschen gleicht. Es ist ihm nicht genug, Dass er sich von dem Käse nähret, Der uns beherbergt; oft wird ohne Fug Auch unsre ganze Brut mit aufgezehret, Die Kannibalen! Ei ihr dürftet sie, Sprach hier das Oberhaupt der Kolonie, Im Grunde darum nicht beneiden; Denn wisst, wenn sie zu Grabe gehen, So werden wir in ihren Eingeweiden Nach wenig Tagen auferstehn, Und unsere Rache nicht vergessen, Wer andre frisst, wird endlich auch gefressen.