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Brauchtum & Jahreslauf

Der Sommer und der Wein

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von Johann Peter Uz (1720-1796) In diesen schwülen Sommertagen Fliegt Amor nur in kühler Nacht, Und schlummert, wann die Sonne wacht: Die Muse träumt nur matte Klagen. Ich hänge mit verdrossner Hand Die träge Leier an die Wand. Doch, Freund! in schwülen Sommertagen, (Zischt mir Lyäus in das Ohr:) Hebt sich der Weinstock stolz empor, Den Frost und Regen niederschlagen: Und nur der höhern Sonne Glut Kocht seiner Trauben göttlich Blut. So mag in schwülen Sommertagen Der Weichling, Amor, schüchtern fliehn, Und Scherz und Muse sich entziehn: Der Wein wird sie zurücke jagen. Es reife nur der frohe Wein: Was kann mir unerträglich sein?

Themen: Trinklieder