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Gedichte & Balladen

Es sitzt auf dunkler Klippe...

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von Friedrich von Sallet ( 1812 bis 1843 ) Es sitzt auf dunkler Klippe Die lichte, gewaltige Fei; Sang strömt von süßer Lippe Der süßen Lorelei. Wohl alle können's hören, Doch viele fassen's nicht. "Laß Knabe, dich nicht betören!" Die graue Klugheit spricht. Dort unten auf den Wellen, Arbeitend, rudern viel: Daß sie nur nicht zerschellen, Das ist ihr höchstes Ziel. Sie schließen den Sangeswonnen Verstockt die störrige Brust, Und meinen viel gewonnen, Entrannen sie der Lust. Das Lied von süßem Tone Vernehmen sie nimmermehr; Ihr Los ist ewige Frone Und Ruderarbeit schwer. Wem aber warmes Leben Und Mut im Busen wallt, Der hat sich ganz ergeben Der hohen Sangeswalt. Der läßt das Ruder fallen, Und achtet´s nicht für Not, Wenn von des Wirbels Wallen Verschlungen wird sein Boot. Nun ruht er, weich umkoset, Tief unten in süßem Traum; Des Lebens Müh' vertoset Im stillen Kristallenraum. Und in die Träume mengt sich Das Lied der Lorelei, Und Märchenwonne drängt sich In süßem Gewirr herbei. Wohl mir, daß mich mit Schäumen Der heilige Strom verschlang, Ich liege schon lang in Träumen Und horche dem Wundergesang.