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Gedichte & Balladen

Lokomotive

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von Gerrit Engelke (1890-1918) Da liegt das zwanzigmeterlange Tier, Die Dampfmaschine, Auf blankgeschliffner Schiene, Voll heißer Wut und sprungbereiter Gier - Da lauert, liegt das langgestreckte Eisen-Biest - Sieh da: wie Öl- und Wasserschweiß, Wie Lebensblut, gefährlich heiß, Ihm aus den Radgestängen, den offnen Weichen, fließt; Es liegt auf sechzehn roten Räder-Pranken, Wie fiebernd, langgeduckt zum Sprunge, Und Fieberdampf stößt röchelnd aus den Flanken. Es kocht und kocht die Röhrenlunge - Den ganzen Rumpf die Feuerkraft durchzittert, Er ächzt und siedet, zischt und hackt Im hastigen Dampf- und Eisentakt - Dein Menschenwort wie nichts im Qualm zerflittert. Das Schnauben wächst und wächst - Du stummer Mensch erschreckst - Du siehst die Wut aus allen Ritzen gären - Der Kesselröhren-Atemdampf Ist hochgewühlt auf sechzehn Atmosphären: Gewalt hat jetzt der heiße Krampf: Das Biest, es brüllt, das Biest, es brüllt, Der Führer ist in Dampf gehüllt - Der Regulatorhebel steigt nach links: Der Eisen-Stier harrt dieses Winks! Nun bafft vom Rauchrohr Kraftgeschnauf: Nun springt es auf! nun springt es auf! Doch: Ruhig gleiten und kreisen auf endloser Schiene Die treibenden Räder hinaus auf dem blänkernden Band, Gemessen und massig die kraftangefüllte Maschine, Der schleppende, stampfende Rumpf hinterher - Dahinter - ein dunkler - verschwimmender Punkt - Darüber - zerflatternder - Qualm -