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Gedichte & Balladen

Wenn sie am Tage des Todes

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von Dschela ed-Din Rumi (1207-1273) Wenn sie am Tage des Todes tief in die Erde mich senken, Daß dann mein Herz noch auf Erden weile, darfst du nicht denken! Siehst meine Bahre du ziehen, laß das Wort "Trennung" nicht hören: Weil mir dann ewig ersehntes Treffen und Finden gehören! Klage nicht "Abschied, ach, Abschied!" wenn man ins Grab mich geleitet: Ist mir doch selige Ankunft hinter dem Vorhang bereitet! Hast du das Sinken gesehen, sieh auch das Auferstehen! Schadet es denn, wenn die Sonne, Sterne und Mond untergehen? Scheinen sie dir auch zu sinken, ist es doch wahrhaft ein Aufgang; Scheint dir ein Kerker das Grab auch, ist’s doch zur Freiheit ein Ausgang. Fiel je ein Korn in die Erde, das sich nicht köstlich entfaltet? Glaubst du denn, dass sich das Korn, das die Menschen sind, anders gestaltet? Jeglichen Eimer, der sinket, hebst du gefüllt aus der Quelle: Sieh, auch dem Joseph der Seele strahlt in der Grube die Helle! Schließe den Mund jetzt im Diesseits, öffne im Jenseits ihn wieder, Daß in der Welt, da kein Ort ist, ewig ertönen die Lieder!