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Gedichte & Balladen

Auf leisesten Sohlen

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von Gustav Falke (1853-1916) Leise kam sie, auf den Zehn, wie des Nachts die Diebe gehn, hob sich zu mir und bot ihren Mund mir süß und rot. Hob zu meinem Nacken frank ihrer Arme weich Gerank, schmiegte sich so warm und dicht: Liebe mich, verstoß mich nicht. Und ich hatt sie nie gesehn. Wie des Nachts die Diebe gehn, wie vom Baum die Blüte sinkt, wie ein Stern vom Himmel blinkt, wie ein Traum den Träumer neckt, hat sie hold mich aufgeschreckt. Liebe kommt auf leisen Zehn, wie des Nachts die Diebe gehn.