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Gedichte & Balladen

An den Frieden

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von Karl Wilhelm Ramler (1725-1798) Wo bist du hingeflohn, geliebter Friede? Gen Himmel, in dein mütterliches Land? Hast du dich, ihrer Ungerechtigkeiten müde, Ganz von der Erde weggewandt? Wohnst du nicht noch auf einer von den Fluren Des Ozeans, in Klippen tief versteckt, Wohin kein Wuchrer, keine Missetäter fuhren, Die kein Eroberer entdeckt? Nicht, wo, mit Wüsten rings umher bewehret, Der Wilde sich in deinem Himmel dünkt? Sich ruhig von den Früchten seines Palmbaums nähret? Vom Safte seines Palmbaums trinkt? O! Wo du wohnst, lass endlich dich erbitten: Komm wieder, wo dein süßer Feldgesang Von herdevollen Hügeln und aus Weinbeerhütten Und unter Kornaltären klang. Sieh diese Schäfersitze, deine Freude, Wie Städte lang, wie Rosengärten schön, Nun sparsam, nun wie Bäumchen auf verbrannter Heide, Wie Gras auf öden Mauern stehn. Die Winzerinnen halten nicht mehr Tänze; Die jüngst verlobte Garbenbinderin Trägt ohne Saitenspiel und Lieder ihre Kränze Zum Dankaltare weinend hin. Denn ach!, der Krieg verwüstet Saat und Reben Und Korn und Most, vertilget Frucht und Stamm, Erwürgt die frommen Mütter, die die Milch uns geben, Erwürgt das kleine fromme Lamm. Mit unsern Rossen fährt er Donnerwagen, Mit unsern Sicheln mäht er Menschen ab; Den Vater hat er jüngst, er hat den Mann erschlagen, Nun fordert er den Knaben ab. Erbarme dich des langen Jammers! Rette Von deinem Volk den armen Überrest! Bind an der Hölle Tor mit siebenfacher Kette Auf ewig den Verderber fest.