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Gedichte & Balladen

Schnoferls Lied

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von Johann Nestroy (1801-1862) Mein Geschäft is nicht öffentlich, 's is nur privat, mein G'schäft könnt' stark gehn, wann's wollt', 's geht aber stad; ich g'hör durchaus nicht zu d' Kinder des Glücks, Plag' hab' ich an Menge, aber tragen tut's mir nix. Leih' i wem was, so stirbt 'r oder kommt aufn Hund, hingeg'n meine Gläubiger bleib'n frisch und g'sund. Mit der Lieb' ginget's prächtig bei mir, 's wär' schon recht, aber nur mit der Gegenlieb' steht's allweil schlecht. Neunundvierzig Jahr' wart' i und 's will anders nit wer'n - na, der Mensch muß nit alles auf einmal begehrn. Schad' daß ich nit heiraten tu', das wär' schön, die Seligkeit soll schon ins Aschgraue gehn. Wie schön, wenn man 'n Affen mit hambringt auf d' Nacht und's Weib ein'm acht Tag' drüber Vorwürfe macht! Wie schön, wenn man z'erst in'n Kaffeehaus verliert und z' Haus vom Weib extra noch ausgemacht wird! Wie schön, tut das Schicksal ein'n Freund gleich beschern! Wie lieb, wenn die Kinder in der Nacht unruhig wer'n! Und wie überraschend tut sich oft d'Familie vermehrn! Na, der Mensch muß nit alles auf einmal begehrn.