
Gedichte & Balladen
... August Graf von Platen
0 AufrufeQuelle Text und Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Platen-Hallerm%C3%BCnde
Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde (* 24. Oktober 1796 in Ansbach; † 5. Dezember 1835 in Syrakus, Sizilien) war ein deutscher Dichter. Oft wird er August von Platen oder schlicht Graf Platen genannt.
Leben
Platen stammte aus verarmtem Adel. Die Mutter war eine geborene Eichler von Auritz. Vorübergehend lebte er mit den Eltern in Schwabach; verbrachte aber den Großteil seiner Kindheit in Ansbach. Mit nicht ganz zehn Jahren wurde er 1806 Zögling des Münchener Kadettenhauses und wechselte nach vier Jahren aber auf die Königliche Pagerie. Hier interessierte er sich insbesondere für Fremdsprachen und Geschichte und schrieb erste Verse. 1813 meldete er sich zum Eintritt in das Militär; die Exerzierstunden starteten Mitte März 1814; Ende März 1814 begann sein Dienst beim Ersten Infanterie-Regiment. Zu dieser Zeit wurde er sich seiner Homosexualität bewusst, die für sein späteres dichterisches Werk große Bedeutung haben sollte, hegte aber auch zeitweilig Gefühle zu einer jungen Französin, Tochter einer Emigrantin. In dieser Phase entstanden patriotische Verse. 1814/1815 nahm er am Frankreichfeldzug gegen Napoleon teil. Im März 1816 sind von ihm Selbstmordgedanken zu hören, ein Motiv, das später mehrmals auftaucht; vorübergehend trägt er sich mit dem Gedanken, nach Amerika auszuwandern. In seinen Münchner Jahren begann er auch, sich für Botanik zu interessieren.
Im Frühjahr 1818 wurde er für drei Jahre für ein Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg vom Militärdienst beurlaubt und erhielt hierfür ein königliches Stipendium. In seinem Würzburger Jahr (bis September 1819) beschäftigte er sich neben Jura mit Philosophie und Botanik. Seine Leidenschaft für einen Kommilitonen blieb unerwidert; ihm widmete er einige Gedichte, vornehmlich Sonette.
Im Oktober 1819 wechselte er an die Universität Erlangen, gab sein bisheriges Studienfach auf und widmete sich statt dessen der Poesie. In Erlangen erinnert das noch erhaltene Platenhäuschen am Burgberg an ihn. Er wandte sich der persischen Sprache und Literatur zu und veröffentlichte 1821 Ghaselen und 1823 Neue Ghaselen (siehe Ghasel). Seine erste Reise nach Venedig fand im Herbst 1824 statt. Dort entstanden 1825 die Sonette aus Venedig. In seinen sieben Erlanger Jahren wechselten sich mehrmals Zuneigungen zu Mitstudenten ab. Auch gilt diese Zeit als die dichterisch fruchtbarste Periode in seinem Leben.
Nach einem öffentlich geführten Streit (so genannte Platen-Affäre) mit Heinrich Heine, der Platens Homosexualität öffentlich machte, nachdem Platen Heine wegen seiner jüdischen Herkunft attackiert hatte, brach er mit seinem bisherigen Leben. In Die Bäder von Lucca charakterisiert Heine in den letzten beiden Kapiteln den Grafen. Platens Sonett Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite aus dem Jahre 1826 bringt seine Empfindungen zum Ausdruck:
Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite,
Und möchte fürder, immer fürder streben:
Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben,
Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.
Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite,
Empfand so sehr in diesem kurzen Leben,
Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben,
Allein wie schwer, zu finden eine zweite.
Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,
Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,
Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.
Weit klüger ist's, dem Vaterland entsagen,
Als unter einem kindischen Geschlechte
Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.
Im Sommer 1826 erbat und erhielt Platen von der Militärbehörde die Erlaubnis zu einem zweijährigen Studienaufenthalt in Italien, wohin er sich Anfang September 1826 begab und in der Folgezeit mehrmals seinen Wohnsitz zwischen Rom und Neapel wechselte. Er schrieb Gedichte und führte ein bescheidenes Leben. Er machte u. a. die Bekanntschaft von Giacomo Leopardi; auch entwickelte sich ein enges Verhältnis zum evangelischen Theologen Gustav Gündel. Meist war er jedoch einsam und mit sich unzufrieden. Zwei kurze Besuche stattete er seiner Heimat 1832/33 und 1833/34 ab. 1835 floh er vor der Cholera von Neapel nach Palermo und dann weiter nach Syrakus, wo er den Winter verbringen wollte, um Geschichtsstudien zu betreiben. Dort erkrankte er am 23. November 1835 an einer Kolik und starb, 39 Jahre alt, vermutlich in Folge einer falschen Selbstmedikation und von schlechten Ärzten versorgt. Marchese Landolina ließ ihn im Garten seiner Villa bei Syrakus begraben, da es auf Sizilien keine protestantischen Friedhöfe gab.
Seine Büste wurde in der Ruhmeshalle in München aufgestellt. Nach ihm ist das Platen-Gymnasium in seiner Geburtsstadt benannt.
Werke
Platen ist vor allem als Lyriker, als Meister des Sonetts und der Ghasel, von Bedeutung.
Lyrik
Ghaselen (1821)
Lyrische Blätter (1821)
Neue Ghaselen (1823)
Sonette aus Venedig (1825)
Polenlieder (1831)
Dramen
Der gläserne Pantoffel (1823)
Der Schatz des Rampsinit (1824)
Der Turm mit den Sieben Pforten, ein Lustspiel (1825)
Die verhängnisvolle Gabel (1826)
Der romantische Ödipus (1829)
Die Liga von Cambrai (1833)
Balladen
Das Grab im Busento
Harmosan
Der Pilgrim vor St. Just