
Gedichte & Balladen
Antwort
0 Aufrufevon August Graf von Platen (1796-1835)
Was soll dies kindische Verzagen,
Das eitle Wünschen ohne Halt?
Da du der Welt nicht kannst entsagen,
Erobre sie dir mit Gewalt!
Und könntest du dich auch entfernen;
Es triebe Sehnsucht dich zurück;
Denn ach, die Menschen lieben lernen,
Es ist das einzge, wahre Glück!
Unwiderruflich dorrt die Blüte,
Unwiderruflich wächst das Kind,
Abgründe liegen im Gemüte,
Die tiefer als die Hölle sind.
Du siehst sie, doch du fliehst vorüber,
Im glücklichen, im ernsten Lauf,
Dem frohen Tage folgt ein trüber,
Doch alles wiegt zuletzt sich auf.
Und wie der Mond im leichten Schweben
Bald rein und bald in Wolken steht,
So schwinde wechselnd dir das Leben,
Bis es in Wellen untergeht.