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Gedichte & Balladen

Der Abschied

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von Julius Mosen (1803 - 1867) Ach, scheiden von der Lieben, Das thut dem Herzen weh! Das will mich sehr betrüben, Wo ich auch geh' und steh'. Mußt oft der Stunde denken, Wo ich zuletzt sie sah; Sie saß mit bitt'rem Kränken Bei Vater und Mutter da. Ich sah sie dort zerpflücken Ein Zweiglein Rosmarin; Aus blauen, milden Blicken Eine helle Thräne schien. Die Mutter unterdessen Las in dem Bibelbuch; Ich mußt' die Augen pressen Vor wildem Schmerz in das Tuch. Wie war mir doch beklommen; Sie barg ihr Angesicht, Ob Abschied ich genommen, Weiß ich noch heute nicht. Ach, dürft' zu ihren Füßen Mein Herz ich legen hin, Dorthin, wo sie zerrissen Das Zweiglein Rosmarin!