von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) O, wie ist es kalt geworden Und so traurig, öd' und leer! Raue Winde weh'n von Norden Und die Sonne scheint nicht mehr. Auf die Berge möcht' ich fliegen, Möchte seh'n ein grünes Tal, Möcht' in Gras und …
von Christan Morgenstern (1871-1914) Unterm Schirme, tief im Tann, hab ich heut gelegen, durch die schweren Zweige rann reicher Sommerregen. Plötzlich rauscht das nasse Gras - stille! Nicht gemuckt! -: Mir zur Seite duckt sich ein junger Has - Dummes Häschen, …
von Ferdinand (Ludwig Adam) von Saar (1833-1906) Ja, der Winter ging zur Neige, holder Frühling kommt herbei, lieblich schwanken Birkenzweige, und es glänzt das rote Ei. Schimmernd wehn die Kirchenfahnen bei der Glocken Feierklang, und auf oft betretnen Bahnen …
von Emanuel Geibel (1815-1884) Die Lerche stieg am Ostermorgen empor ins klarste Luftgebiet und schmettert' hoch im Blau verborgen ein freudig Auferstehungslied. Und wie sie schmetterte, da klangen es tausend Stimmen nach im Feld: Wach auf, das Alte ist vergan …
Volksgut Osterhäschen, groß und klein tummeln sich am Wiesenrain, müssen tanzen, hopsen, lachen und mitunter Männchen machen. Heute wollen wir noch springen und den Kindern Eier bringen: rote, gelbe, braune, graue, bunte, grüne, himmelblaue. Keiner kriegt was, …
Volksgut Ein Hase sagt zum andren Hasen, ich mach das langsam nicht mehr mit, die Menschen sind so aufgeblasen, das ist doch zum davonzurasen, wann hörn sie endlich auf damit. Sie denken, wir könn Eier legen, versuchen dazu anzuregen, doch könn wir sie nicht m …
von Eduard Mörike (1804-1875) O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde! Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne, Du breitest im verjüngten Strahl der Sonne Des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde, Und senkest schweigend deine Flöre nieder; Der Frühling darf i …
von Christian Morgenstern (1871-1914) Die Sonne geht im Osten auf, der Osterhas beginnt den Lauf. Um seinen Korb voll Eier sitzen drei Häslein, die die Ohren spitzen. Der Osterhas bringt just ein Ei da fliegt ein Schmetterling herbei. Dahinter strahlt das blau …
von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; im Tale grünet Hoffnungsglück. Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend n …
von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) Hei, juchhei! Kommt herbei ! Suchen wir das Osterei ! Immerfort, hier und dort und an jedem Ort ! Ist es noch so gut versteckt, endlich wird es doch entdeckt. Hier ein Ei ! Dort ein Ei ! Bald sind's zwe …
von Eduard Mörike (1804-1875) Ostern ist zwar schon vorbei, Also dies kein Osterei; Doch wer sagt, es sei kein Segen, Wenn im Mai die Hasen legen? Aus der Pfanne, aus dem Schmalz Schmeckt ein Eilein jedenfalls, Und kurzum, mich tät's gaudieren, Dir dies Ei zu …
von Paula Dehmel (1862 bis 1918) Sankt Nikolas, Sankt Nikolas, bringst du der flinken Grete was? Sie ist fast immer artig gewesen, hat fleißig in ihrer Fibel gelesen, kann das große H schon ganz richtig schreiben, wird Ostern gewiss nicht sitzen bleiben; Sankt …