von Hermann von Schmid (1850-1880) Ich hatt' ein Vöglein, das war wunderzahm, daß es vom Munde mir das Futter nahm. Es flatterte bei meinem Ruf herbei und trieb der muntern Kurzweil vielerlei, drum stand das Türchen seines Kerkers auf den ganzen Tag zu freiem …
von Klabund (1890-1928) Ich bin der Tischler Josef, Meine Frau, die heißet Marie. Wir finden kein' Arbeit und Herberg' Im kalten Winter allhie. Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern Nicht ein Unterkunft für mein Weib? Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern, …
von Heinrich Hoffmann Wenn die Kinder artig sind, kommt zu ihnen das Christkind. Wenn sie ihre Suppe essen und das Brot auch nicht vergessen, wenn sie, ohne Lärm zu machen, still sind bei den Siebensachen, beim Spazierengehn auf den Gassen von Mama sich führen …
von Isabella Braun (1815-1886) Weinbeer, Mandeln, Sultaninen, süße Feigen und Rosinen, welsche Nüsse - fein geschnitten, Zitronat auch - muß ich bitten! - Birnenschnitze doch zumeist und dazu den Kirschengeist; wohl geknetet mit der Hand alles tüchtig durchein …
von Robert Eduard Prutz (1816-1872) Wie sonst zu frohem Weihnachtsfeste Das Haus von Lichtern sich erhellt, Da tönt Gesang, da jubeln Gäste, Da jauchzt die selge Kinderwelt, Die Kinderwelt, die, gleich den Dichtern, Den Himmel noch im Herzen führt Und noch an …
von Ernst von Wildenbruch (1845-1909) Die Welt wird kalt, die Welt wird stumm, der Winter-Tod zieht schweigend um; er zieht das Leilach weiß und dicht der Erde übers Angesicht - Schlafe - schlafe Du breitgewölbte Erdenbrust, du Stätte aller Lebenslust, hast Du …
von Paula Dehmel (1862-1918) Ich bin der alte Weihnachtsmann, ich hab einen bunten Wunderpelz an mein Haar ist weiß von Reif und Eis. Ich komm weit hinter Hamburg her, mit langen Stiefeln durchs kalte Meer, meinen Mummelsack huckepack. Da sind viel gute Sachen …
von Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910) Die heiligen drei Könige des Elends Das unfruchtbare Eis, kalt, panzerglatt, Verhärtet Leben, das dem Tode dient, Der sich, der Farblose, mit ihm umschient - Das Eis, das keine Seele hat, Das unbewegte, allen Lebens Bann: …
von Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910) Ich kenn drei gute, deutsche Geselln Mit großen Händen und Beinen schnelln; Mit dicken Säcken auf breiten Buckeln Stampfen sie eilig durchs Land mit Gehuckel; Haben Eis im Bart Und grimmige Art, Aber Augen gar milde; Führ …
von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Edel sei der Mensch, Hilfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn Von allen Wesen, Die wir kennen. Heil den unbekannten Höhern Wesen, Die wir ahnen! Ihnen gleiche der Mensch! Sein Beispiel lehr uns Jene glaube …
August Heinrich Hoffman von Fallersleben (1798-1874) Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben: Trommel, Pfeifen und Gewehr, Fahn' und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer möcht ich gerne haben! Bring uns, lieber Weihnachtsmann, bring a …
Anna Ritter (1865-1921) Wo die Zweige am dichtesten hangen, die Wege am tiefsten verschneit, da ist um die Dämmerzeit im Walde das Christkind gegangen. Es mußte sich wacker plagen, denn einen riesigen Sack hat's meilenweit huckepack auf den schmächtigen Schult …