Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) O schöne, herrliche Weihnachtszeit, was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der heilige Christ in jedem Haus teilt seine lieben Gaben aus. Und ist das Häuschen noch so klein, so kommt der heilige Christ hinein, …
Theodor Storm (1817-1888) Von drauß, vom Walde komm ich her; ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr! Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen; und droben aus dem Himmelstor sah mit großen Augen das Christkind hervor. Und wie ich so st …
Karl Gerok (1815-1890) Die Kindlein sitzen im Zimmer - Weihnachten ist nicht mehr weit - bei traulichem Lampenschimmer und jubeln: "Es schneit! Es schneit!" Das leichte Flockengewimmel, es schwebt durch die dämmernde Nacht herunter vom hohen Himmel, vorüber am …
Matthias Claudius (1740-1815) Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer; sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an und scheut nicht Süß noch Sauer. War je ein Mann gesund, ist er's; er krankt und kränkelt nimmer, weiß nichts von Nachtschweiß noch …
Heinrich Heine (1797-1856) Die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland, sie fragten in jedem Städtchen: "Wo geht der Weg nach Bethlehem, ihr lieben Buben und Mädchen?" Die Jungen und die Alten, sie wußten es nicht, die Könige zogen weiter; sie folgten einem go …
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) Der Winterabend, das ist die Zeit der Arbeit und der Fröhlichkeit. Wenn die andern nähen, stricken und spinnen, dann müssen wir Kinder auch was beginnen; wir dürfen nicht müßig sitzen und ruh'n, wir haben auch uns …
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) Ich lag und schlief; da träumte mir ein wunderschöner Traum: Es stand auf unserm Tisch vor mir ein hoher Weihnachtsbaum. Und bunte Lichter ohne Zahl, die brannten ringsumher; die Zweige waren allzumal von g …
Friedrich Wilhelm Weber (1813-1894) Der Winter ist ein karger Mann, Er hat von Schnee ein Röcklein an; Zwei Schuh von Eis Sind nicht zu heiß; Von rauhem Reif eine Mütze Macht auch nur wenig Hitze. Er klagt: "Verarmt ist Feld und Flur!" Den grünen Christbaum ha …
Christian Morgenstern (1871-1914) Es war einmal ein Tännelein mit braunen Kuchenherzlein und Glitzergold und Äpflein fein und vielen bunten Kerzlein: Das war am Weihnachtsfest so grün, als fing es eben an zu blühn. Doch nach nicht gar zu langer Zeit, da stands …
Robert Reinick (1805-1852) Die Nacht vor dem Heiligen Abend, da liegen die Kinder im Traum; sie träumen von schönen Sachen und von dem Weihnachtsbaum. <br< Und während sie schlafen und träumen, wird es am Himmel klar, und durch den Himmel fliegen drei Engel wu …
Rainer Maria Rilke (1875-1926) Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird, und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin - bereit, und wehrt dem Wind und …
Ernst von Wildenbruch (1845-1909) Christkind kam in den Winterwald, der Schnee war weiß, der Schnee war kalt. Doch als das heil'ge Kind erschien, fing's an im Winterwald zu blühn. Christkindlein trat zum Apfelbaum, erweckt' ihn aus dem Wintertraum. "Schenk Äpf …