von Robert Waldmüller (1822 - 1910) Wie sie so himmlisch ruhig droben kreisen, Kein Laut, der je zu uns herüber drang: Sie wandeln ihren stillen, ewig leisen, Geheimnisvollen, wunderbaren Gang. Die Winde sausen aus der fernsten Ferne, Des Weltalls Boten fliehn …
von Adolf Strodtmann (1829 - 1879) Begraben in Waldesschatten, Lieg' ich im Abendschein. Wie lieblich duften die Matten, Wie traulich säuselt der Hain! Die Tannen ragen düster Hoch in die Wolken hinein Und wiegen mit süßem Geflüster In liebliche Träume mich ei …
von Heinrich Zeise (1822 - 1914) Mich lockt der Wald mit grünen Zweigen Aus dumpfer Stadt und trüber Luft! Er lockt mit seiner Sänger Reigen, Mit seinem feierlichen Schweigen Und seiner Blüten mildem Duft. Es wölbt sich stolz der Buchen Krone, Und über Kiesel …
von Emil Rittershaus (1834 -1897) Noch sind die Blumen halb geschlossen, Noch sind die Vöglein schlummermatt; Der Tau, der sich bei Nacht ergossen, Fällt leis im Wald von Blatt zu Blatt. Es zittert durch die grünen Hallen Des Morgenwindes duft'ger Hauch, Und w …
von Georg von Derken Wie heißt die schönste Frau fürwahr, Seit Männer Frauen lieben, Die oft schon Weib, schon Wittib war Und dennoch jung geblieben? Die Wange ward so sonnenbraun, Ihr Blick ist klug und stille; Es bleibt, was ihre Augen schaun, Und Segen zeug …
von Georg von Derken Die Seele ward zum Kinde, Entlastet sich und lauscht, Wenn feierlich im Winde Die Wipfelwoge rauscht. Wo enge Geister walten, Dort atmete sie Staub Und war der mannigfalten Vergänglichkeit ein Raub. Nun hier, weltabgeschieden, Vom Waldgefl …
von Livius Fürst (1840 - 1907) Was kann sich dir, du stolze Pracht Herrlicher grüner Eichen, Was kann sich dir, o Waldesnacht, Traute, süße, vergleichen? Wie durch die Wipfel ein goldner Schein Über die schattige Halde, So strahlt die Freud' ins Herze mein Im …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Wer möchte diesen Erdenball Noch fernerhin betreten, Wenn wir Bewohner überall Die Wahrheit sagen täten. Ihr hießet uns, wir hießen euch Spitzbuben und Halunken, Wir sagten uns fatales Zeug Noch eh wir uns betrunken. Und überall i …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Er stellt sich vor sein Spiegelglas Und arrangiert noch dies und das. Er dreht hinaus des Bartes Spitzen, Sieht zu, wie seine Ringe blitzen, Probiert auch mal, wie sich das macht, Wenn er so herzgewinnend lacht, Übt seines Auges Z …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Mein Freund, an einem Sonntagmorgen, Tät sich ein hübsches Rößlein borgen. Mit frischem Hemd und frischem Mute, In blanken Stiefeln, blankem Hute, Die Haltung stramm und stramm die Hose, Am Busen eine junge Rose, So reitet er durc …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Vor Jahren waren wir mal entzweit Und taten uns manches zum Torte; Wir sagten uns beide zu jener Zeit Viel bitterböse Worte. Drauf haben wir uns ineinander geschickt; Wir schlossen Frieden und haben Die bitterbösen Worte erstickt …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Ich kam in diese Welt herein, Mich baß zu amüsieren, Ich wollte gern was Rechtes sein Und mußte mich immer genieren. Oft war ich hoffnungsvoll und froh, Und später kam es doch nicht so. Nun lauf ich manchen Donnerstag Hienieden sc …