Erscheint dir etwas unerhört, bist du tiefsten Herzens empört, bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit, berühr es nicht, überlass es der Zeit. Am ersten Tag wirst du dich feige schelten, am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten, am dritten hast du's …
Will das Glück nach seinem Sinn dir was Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken. Jede Gabe sei begrüßt, doch vor allen Dingen: Das, worum du dich bemühst, möge dir gelingen.
Des Lebens Kunst ist leicht zu lernen und zu lehren, du musst vom Schicksal nie zu viel begehren. Der, welchem ein bescheid'nes Los genügt, hat einen Schatz, der nie versiegt. Dem Unersättlichen in jeglichem Genuss wird selbst das Glück zum Überdruss.
von Frank Wedekind (1864-1918) Trauert nicht, ihr Völkerscharen, Ob der schweren Zeit der Not. Packt das Leben bei den Haaren, Morgen ist schon mancher tot. Küssen, um geküsst zu werden, Lieben, um geliebt zu sein, GiebtÂ’s ein schöner Los auf Erden Für ein ar …
von Otto Ernst (1862-1926) Erk Mannis schaut über Holmös Strand: Verronnen die Flut, aber tot ist das Land. Ein Schlick und ein Schlamm und ein Trümmergraus; Nur eines blieb ganz: das Gotteshaus. Erk Mannis ruft! – Kein lebender Ton! Die See gluckst leise mit …