von Gustav Falke (1853-1916) Wat brüllt de Storm? De Minsch is n Worm! Wat brüllt de See? n Dreck is he! De Wind, de weiht, up springt de Floth un sett up den Strand ern natten Fot, reckt sik höger und leggt upt Land, patsch, ere grote, natte Hand. De lütte Di …
August Heinrich Hoffman von Fallersleben (1798-1874) Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben: Trommel, Pfeifen und Gewehr, Fahn' und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer möcht ich gerne haben! Bring uns, lieber Weihnachtsmann, bring a …
Anna Ritter (1865-1921) Wo die Zweige am dichtesten hangen, die Wege am tiefsten verschneit, da ist um die Dämmerzeit im Walde das Christkind gegangen. Es mußte sich wacker plagen, denn einen riesigen Sack hat's meilenweit huckepack auf den schmächtigen Schult …
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857) Verschneit liegt rings die ganze Welt, ich hab' nichts, was mich freuet, verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet. Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume, da rührt er se …
Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834) Das Feld ist weiß, so blank und rein, vergoldet von der Sonne Schein, die blaue Luft ist stille; hell wie Kristall blinkt überall der Fluren Silberhülle. <br< Der Lichtstrahl spaltet sich im Eis, es flimmert blau und …
Paula Dehmel (1862-1918) Ihr Kinder sperrt die Näschen auf, es riecht nach Weihnachtstorten; Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd und bäckt die feinsten Sorten. Ihr Kinder sperrt die Augen auf, sonst nehmt den Operngucker; die große Himmelsbüchse, seht, tut Ru …
Theodor Storm (1817-1888) Vom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein milder Stern herniederlacht; Vom Tannenwalde steigen Düfte Und hauchen durch die Winterlüfte, Und kerzenhelle wird die Nacht. Mir ist das Herz so froh erschrocken, Das ist die liebe Weihnachtszeit …
Theodor Storm (1817-1888) Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll, der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus. Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl der Kinderjubel und des Markts Gebraus. Und wie der Menschenstrom mich fortspült, drang mir ein heiser …
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Bäume leuchtend, Bäume blendend, überall das Süße spendend, in dem Glanze sich bewegend, alt- und junges Herz erregend - solch ein Fest ist uns bescheret, mancher Gaben Schmuck verehret; staunend schaun wir auf und nieder …
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857) Markt und Straßen sind verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt, tausend Kindlein stehn und …
Friedrich Güll (1812-1879) Da guck einmal, was gestern nacht Christkindlein alles mir gebracht: Ein Räppchen, Ein Wägelein, Ein Käppchen, Ein Krägelein; Ein Tütchen Und ein Rütchen; Ein Büchlein Voller Sprüchlein; Das Tütchen, wenn ich fleißig lern', Ein Rütch …
Anna Ritter (1865-1921) Denkt euch - ich habe das Christkind gesehn! Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee, mit gefrorenem Näschen. Die kleinen Hände taten ihm weh; denn es trug einen Sack, der war gar schwer, schleppte und polterte hinter ihm her - w …